Bei über 30 Grad mehrere Stunden eingesperrt! Hund muss in Bautzen aus Auto gerettet werden

Bautzen - Es war wohl Rettung in letzter Minute: Die Polizei in Bautzen hat einen Vierbeiner aus einem Auto befreit. Der Labrador war für eine quälend lange Zeit bei über 30 Grad Außentemperatur in dem Fahrzeug eingesperrt. Die Besitzerin des Hundes wurde nicht nur von der Polizei angezeigt, auch die Tierschutzorganisation "PETA" meldete sich bei der Staatsanwaltschaft Görlitz.

Der schwarze Labrador musste mehrere Stunden in der Hitze leiden. (Symbolbild)
Der schwarze Labrador musste mehrere Stunden in der Hitze leiden. (Symbolbild)  © 123rf/ostser777

Am 3. August gegen 14 Uhr entdeckten Polizisten einer Streife das Tier in einem Auto, was in einer Parkbucht in der Straße "Am Stadtwall" abgestellt war.

Der schwarze Labrador saß laut der Polizeidirektion Görlitz bereits seit mehreren Stunden bei großer Hitze im Fiat - eine Todesfalle, wie "PETA" urteilt.

Glücklicherweise konnten die Beamten das Auto öffnen - ohne es zu beschädigen - und das arme Tier befreien. Im Schatten angekommen, gab es für den Hund dann direkt etwas zu trinken.

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Eine Stunde später konnte die Hundehalterin ihr Tier dann auf dem Revier in Bautzen abholen. Neben einer "eindringlichen Belehrung zum Umgang mit Tier in Fahrzeugen" erhielt die 33-Jährige auch noch eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Doch dabei blieb es nicht: Am heutigen Mittwoch machte die Tierschutzorganisation "PETA" in einer Pressemitteilung öffentlich, dass man eine Strafanzeige gegen die Labrador-Besitzerin erstattet habe. Außerdem forderte die Organisation ein Tierhalteverbot für die Beschuldigte.

"Hundehalterinnen und -halter unterschätzen die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung im Sommer, wenn sie die Tiere wie hier ohne Schutz in der Hitze in einem Fahrzeug zurücklassen", erklärt Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. Hunde werden in solchen Situationen demnach nervös, jaulen und geraten auch in Panik. "Wer einen Hund bei warmen Außentemperaturen im Auto zurücklässt, riskiert das Leben des Tieres und muss mit einer Strafanzeige rechnen."

Darum sind vor allem Hunde im Sommer gefährdet

Da Hunde nur wenige Schweißdrüsen besitzen, können sie sich fast nur übers Hecheln abkühlen. (Symbolbild)
Da Hunde nur wenige Schweißdrüsen besitzen, können sie sich fast nur übers Hecheln abkühlen. (Symbolbild)  © 123RF/ chalabala

Wer einen Hund entdeckt, der an einem heißen Tag allein im Auto sitzt, sollte rasch handeln: Sind die Besitzer des Fahrzeugs nicht auffindbar, sollte man sofort die Polizei alarmieren.

Anders sieht es aus, wenn der Vierbeiner sich bereits in Lebensgefahr schwebt - dann sollte man darüber nachdenken, die Scheibe des Wagens einzuschlagen. Folgende Symptome sind in so einer Situation beim Tier festzustellen: Taumeln, dunkle Zunge, starkes Hecheln oder Erbrechen.

Die Scheibe eines fremden Autos einzuschlagen, kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, fügt die Organisation hinzu. "Allerdings sind PETA keine Fälle bekannt, in denen rechtliche Folgen für Tierretter entstanden sind."

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Im Sommer werden nicht nur Fahrzeuge zu tödlichen Fallen: "PETA" warnt auch vor vermeintlich kühlen Balkonen oder Terrassen. Dort würde sich die Hitze nämlich stauen. "Hunde sollten sich in dieser Zeit auf gar keinen Fall über eine längere Zeit dort aufhalten, denn sonst droht Lebensgefahr für die Vierbeiner", warnt die Tierschutzorganisation.

Warum gerade Hunde im Sommer schnell in Gefahr geraten, liegt am Schwitzen: Die Vierbeiner besitzen nur wenige Schweißdrüsen, müssen sich übers Hecheln abkühlen. Ein Herzstillstand oder irreparable Organschäden drohen!

Titelfoto: 123rf/ostser777

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