Diese Corona-Regeln kommen nun auf die Sachsen zu

Dresden - Mit einem eindringlichen Appell hat Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) um Verständnis für die bevorstehenden schärferen und längeren Corona-Regeln geworben. Zugleich bat er die Öffentlichkeit um Vorschläge für den Kampf gegen Corona.

Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).
Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich spüre an vielen Stellen die Sorgen, die Erschöpfung in der Bevölkerung. Ich spüre und sehe diese Ungerechtigkeiten - wie sie die Menschen auch mürbe macht", so der MP am Dienstag nach der Sitzung seines Kabinetts.

Er versprach, dass die neue Schutzverordnung (siehe unten) eine breite Anhörung erfährt. Auch gegenüber den Bürgermeistern.

Bereits am Mittwoch soll die erste Runde Regierung-Landräte-Bürgermeister stattfinden. Er betonte darüber hinaus die Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit: "Ich bin, wie auch Ministerin Petra Köpping, unglaublich interessiert an Vorschlägen was passieren kann."

Jetzt allerdings gelte es zusammenzustehen. Denn: "Schon in zehn Tagen werden nach jetzigen Prognosen die Krankenhäuser erneut überlastet sein!"

Das Bewusstsein in der Breite dafür fehle noch. "Aber je mehr Menschen mittun, desto erfolgreicher werden wir sein", so Kretschmer, der auch einen Ausblick gab: Nach Ostern werde es Entlastungen geben.

Sachsen hat noch immer die zweithöchste Inzidenz Deutschlands

Weiterhin werden kostenlose Schnelltests zur Verfügung gestellt.
Weiterhin werden kostenlose Schnelltests zur Verfügung gestellt.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die geplanten Einschränkungen rund um Ostern fände er richtig. "Es gibt wenige Länder, die das Brechen der Welle so sehr brauchen wie der Freistaat Sachsen. Deswegen ist es wichtig, dass viele Menschen, vor allem auch Unternehmerinnen und Unternehmer, akzeptieren, dass am Gründonnerstag nicht gearbeitet wird. Dass wir so viel wie möglich Zeit zu Hause verbringen."

Immerhin habe Sachsen die zweithöchsten Werte bundesweit. Kretschmer betonte: Kontakte einschränken hilft. "Einfach es laufen zu lassen, wäre nicht verantwortlich. … Man kann diesem Virus nicht seinen Willen aufzwingen." Die jetzige Situation sei eine Weichenstellung. Es weiter laufen lassen und damit Verschlimmerung in Kauf nehmen, oder eben handeln und einschränken.

Gleichwohl wäre die Pandemie des Jahres 2020 nicht die Pandemie des Jahres 2021. "Was wir aus dem vergangenen Jahr kennen, bringt uns nicht durch das Jahr 2021." Auf der einen Seite gebe es die neue Bedrohung durch Corona-Mutanten, auf der anderen aber das massenweise Impfen und viele Erfahrungen aus 2020. Ein großer Teil der Menschen solle bis Ende Mai eine Impfung erhalten.

Dann auch würden die Impfungen eine Wirkung entfalten. Laut Köpping sind in Sachsen bislang bereits eine halbe Million Menschen geimpft. Das allgemeine Impfen in Hausarztpraxen soll bereits am 5. April starten.

Gelten soll die neue Verordnung vom 1. bis zum 18. April. Beschlossen wird sie laut Köpping am 29. März.

Und das kommt an Regeln auf Sachsen zu

  • Es wird bei den Kontaktbeschränkungen bleiben.
  • Vor Ostern wird es eine "erweiterte Ruhezeit" geben, konkret der 1. (Gründonnerstag) und der 3. April werden ein Ruhetag. Alles ist zu. Auch Kitas. Allein Lebensmittel- und Einzelhandel sollen am Karsamstag (3.4.) offen bleiben! Systemrelevante Berufe dürfen tätig sein.
  • Vom 1. bis zum 5. April wird es ein Verbot von Ansammlungen im öffentlichen Raum geben.
  • Für die Öffnungen von Museen, Zoos sowie für das Beibehalten von "Click&Meet" soll es eine Testpflicht geben – inzidenzunabhängig. Heißt: Die Einrichtungen bleiben auf, auch bei einem Wert über 100.
  • Kosmetikstudios und Tattoostudios bekommen eine Testpflicht – künftig ohne Inzidenzwert. Für Fitnessstudios kommen neue Möglichkeiten.
  • Schulen sollen auch bei einer Inzidenz über 100 offen bleiben dürfen. Aber auch hier geht nichts ohne Testpflicht.
  • Restaurants, Kneipen/Biergärten und Hotels müssen zu bleiben.

Die aktuelle Lage im Freistaat

Die Inzidenzabhängigkeit soll bei vielen genannten Punkten bereits ab Donnerstag fallen.

Titelfoto: Montage: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa, Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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