Linke-Politiker: "20 Prozent mehr Altersarmut innerhalb eines Jahres in Sachsen sind alarmierend"

Leipzig - Viele Menschen müssen wegen steigender Lebenshaltungskosten den Gürtel immer enger schnallen. Auch Rentner bleiben davon nicht verschont. Immer mehr von ihnen sind auf Grundsicherung angewiesen.

Der sächsische Linke-Politiker Sören Pellmann (45) sieht in Bezug auf Altersarmut dringenden Handlungsbedarf.
Der sächsische Linke-Politiker Sören Pellmann (45) sieht in Bezug auf Altersarmut dringenden Handlungsbedarf.  © Jan Woitas/dpa

Der sächsische Linke-Politiker Sören Pellmann (45) sieht angesichts einer stark zunehmenden Altersarmut auch in Sachsen dringenden Handlungsbedarf.

"Die Inflation kommt im Sozialamt an. 20 Prozent mehr Altersarmut innerhalb eines Jahres in Sachsen sind alarmierend", sagte der Leipziger Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur und bezog sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die seine Bundestagsfraktion unlängst erfragt hatte.

Demnach bezogen im Juni 2022 - die aktuellste Zahl in der Statistik - 14.510 Menschen im Freistaat im Rentenalter Grundsicherung, 2220 mehr als ein Jahr zuvor. Laut Pellmann ist das die höchste Zahl, die bei der Grundsicherung im Alter bisher erreicht wurde.

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Bundesweit waren im Juni vergangenen Jahres 628.000 Rentnerinnen und Rentner (Juni 2021: rund 577.000) betroffen.

"Brauchen eine große Rentenreform in Deutschland"

Immer mehr Rentner sind auf Grundsicherung angewiesen. (Symbolbild)
Immer mehr Rentner sind auf Grundsicherung angewiesen. (Symbolbild)  © Stephanie Pilick/dpa

Pellmann führt den Anstieg auch auf den Umstand zurück, dass ältere Flüchtlinge aus der Ukraine Grundsicherung im Alter beantragen. Ein wesentlicher Grund liege aber in der Inflation und steigenden Preisen für Lebensmittel und Energie.

"Für immer mehr ist noch sehr viel Monat übrig, wenn die Rente alle ist. Die Ampel muss deutlich mehr für Rentnerinnen und Rentner tun. Wir brauchen einen Abwehrschirm gegen Altersarmut", forderte der Linke-Politiker. Die Energiepauschale von 300 Euro reiche vorne und hinten nicht. 2023 sollte es eine deutlich höhere Neuauflage für kleine bis mittlere Renten geben.

"Wir brauchen eine große Rentenreform in Deutschland und eine Rentenkasse wie in Österreich. Dort gibt es eine armutsfeste Mindestrente und die Renten liegen im Schnitt 800 Euro im Monat höher, weil alle einzahlen - auch Abgeordnete und Manager. Was Österreich kann, muss auch Deutschland können", betonte Pellmann.

Titelfoto: Stephanie Pilick/dpa

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