Nestbau im Freistaat: Störche lieben Sachsen, Experten sind dennoch besorgt

Dresden - Immer mehr Weißstörche brüten in Sachsen. Im Vorjahr sind mehr als 400 Brutpaare gezählt worden, ein Rekord. Die Experten sind aber dennoch besorgt.

Störche mögen Sachsen, könnten allerdings noch etwas fleißiger beim Zeugen von Nachwuchs sein.
Störche mögen Sachsen, könnten allerdings noch etwas fleißiger beim Zeugen von Nachwuchs sein.  © Arne Dedert/dpa

"Im Vorjahr wurden 408 Brutpaare registriert. Damit wurde erstmals seit 20 Jahren die 400er-Marke geknackt", sagte Sylvia Siebert, Storchenexpertin beim Naturschutzinstitut Dresden.

Die Zahl dürfte noch höher ausfallen, weil die Angaben aus zwei Landkreisen noch fehlten. 2022 seien 382 Brutpaare gezählt worden.

Besorgniserregend sei die Zahl der Jungen pro Brutpaar. "Diese liegt derzeit bei 1,7 und ist ungewöhnlich niedrig. Die Quote müsste aber eigentlich bei zwei liegen, damit sich die Population aus sich selbst heraus sichert", erläuterte die Expertin.

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Der Grund lag im Vorjahr an Trockenheit und Nahrungsmangel. Die Brutzeit in Sachsen beginnt gegen Mitte April und dauert ungefähr 30 Tage. Mitte Mai kann man also mit den ersten Küken rechnen.

Frankreich, Spanien, Kenia: Wenige Störche überwintern in Sachsen

Bis Mitte Februar sind die meisten Störche aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt.
Bis Mitte Februar sind die meisten Störche aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt.  © Pia Bayer/dpa

In diesem Jahr sind bereits die ersten Störche aus ihren Überwinterungsgebieten nach Sachsen zurückgekehrt und haben ihre Nester besetzt. Die Ankunft zwischen Ende Januar und Mitte Februar sei inzwischen normal und liege im Trend, sagte Siebert.

Bis jetzt seien fast ausschließlich sogenannte Westzieher angekommen. So nennt man Störche, die zur Überwinterung gen Südwesten fliegen und die kalte Jahreszeit in Frankreich, Spanien oder an der afrikanischen Westküste verbringen. "Die Tiere finden auf den meistenteils noch immer nicht abgedeckten Mülldeponien in Spanien ausreichend Nahrung. Leider ist diese aber äußerst ungesund", sagte Siebert.

Neben den Westziehern gibt es die Ostzieher, die in Gebieten im Südosten überwintern. Diese Störche werden in diesem Jahr erst Ende April in Sachsen erwartet. Sie kehren aus Zonen wie dem Nahen Osten, Tansania und Kenia zurück.

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Nur wenige Störche verbringen den kompletten Winter in Sachsen. Zuletzt waren es laut Siebert drei winterfeste Tiere gewesen.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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