Rechte Immobilien: Neonazi-Szene nutzt 81 Objekte in Sachsen

Dresden - Warnsignal: Die Nutzung von Immobilien durch die rechtsextreme Szene in Sachsen ist seit Jahren gleichbleibend hoch.

Das Bürgerbüro von Pro Chemnitz in der Brauhausstraße ist eine von Dutzenden Immobilien, die von der rechtsextremistischen Szene in Sachsen genutzt werden.
Das Bürgerbüro von Pro Chemnitz in der Brauhausstraße ist eine von Dutzenden Immobilien, die von der rechtsextremistischen Szene in Sachsen genutzt werden.  © Haertelpress/Harry Härtel

Zu dieser Einschätzung kommt der Jahresbericht "Sachsen rechts unten 2021" des Kulturbüros Sachsen, der am gestrigen Freitag vorgestellt wurde.

Bei den Beobachtungen von Januar 2018 bis Dezember 2020 machten die Mitarbeiter insgesamt 81 Objekte aus, die von der neuen Rechten oder Mitgliedern der Neonazi-Szene genutzt wurden.

Das entspreche mindestens dem Niveau von 2014, sagte Kulturbüro-Geschäftsführerin Grit Hannefort. Die Zahl liege über dem Bundesdurchschnitt: "Es gibt in Sachsen keinen Landkreis ohne solche Orte."

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Die Spanne reiche von angemieteten bis zu selbst erworbenen Objekten, von Vereinsräumen über eine ehemalige Diskothek bis zu Gasthöfen.

Genutzt werden sie unter anderem als Gewerbeflächen für rechte Szenekleidung oder Musik, für Begegnungs- oder "Nachbarschaftszentren" und Veranstaltungsorte.

Kulturbüro Mittelsachsen legt seit 2014 jährliche Berichte vor

Besonders auffällig sei der weitere Zuzug aus dem rechten Milieu im Zusammenhang mit der Bewegung "Zusammenrücken in Mittelsachsen" seit dem vergangenen Jahr.

Das Kulturbüro Mittelsachsen mit Sitz in Dresden legt seit 2014 jährliche Berichte mit jeweils anderem Schwerpunkt vor. Unterstützt wird das Büro von der in Berlin ansässigen Amadeu Antonio Stiftung.

Titelfoto: Haertelpress/Harry Härtel

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