Sachse hat seine eigene Antonov im Garten! "Wer will in meinem Russenflieger schlafen?"

Sebnitz - Manche stellen sich eine Schaukel oder Pavillon in den Vorgarten. Bei Erik Herbert (33) aus Altendorf (bei Sebnitz) ist eine originale Antonov An-2 "gelandet".

Im Sebnitzer Ortsteil Altendorf steht mitten zwischen den Häuschen eine echte Antonov An-2.
Im Sebnitzer Ortsteil Altendorf steht mitten zwischen den Häuschen eine echte Antonov An-2.  © Norbert Neumann

Der Hobbypilot baut den legendären Russenflieger zur Ferienwohnung aus, will darin im Sommer Gäste beherbergen.

Eigentlich wollte er sich eine ganz normale Ferienhütte auf seinen Hof bauen, der direkt am berühmten Malerweg unweit des Kirnitzschtals liegt.

Doch dank seiner Leidenschaft, dem Fliegen, kam der Freizeit-Pilot (400 Flugstunden) auf eine andere Idee. "Restaurants in ausgemusterten Fliegern gibt's schon. Warum nicht einfach eine Ferienwohnung!"

"Im Bauamt haben sie die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen", erzählt der selbstständige Webdesigner schmunzelnd. Statik, Brandschutz, Rettungswege - nach einem halben Jahr Hin und Her erhielt er grünes Licht vom Landratsamt. "Die Stadt Sebnitz hat mich dabei unterstützt", erwähnt er lobend.

Er klapperte Flugplätze in Polen ab, wurde fündig.

Erik Herbert (33) will den Flieger zur Ferienwohnung umbauen.
Erik Herbert (33) will den Flieger zur Ferienwohnung umbauen.  © Norbert Neumann
Gruß aus dem Cockpit. Gäste können von hier aus auch die Schrammsteine sehen.
Gruß aus dem Cockpit. Gäste können von hier aus auch die Schrammsteine sehen.  © Norbert Neumann
Ins Cockpit will der Sachse einen Flugsimulator einbauen.
Ins Cockpit will der Sachse einen Flugsimulator einbauen.  © Norbert Neumann

Mitte Juli soll es losgehen

Der Rumpf ist bis zu 1,80 Meter breit, soll Platz für insgesamt vier Betten bieten.
Der Rumpf ist bis zu 1,80 Meter breit, soll Platz für insgesamt vier Betten bieten.  © privat

"Es sollte eine Antonov werden. Ist ja auch ein Stück DDR-Geschichte", so Erik Herbert. Der auch von der NVA eingesetzte Transportflieger (zwölf Meter lang) ist mit 1,80 Meter im Inneren breit genug.

Er ließ ihn säubern und restaurieren, den Rumpf via Tieflader in seinen Garten karren. Propeller und Flügel (Spannweite 18 Meter) kommen in den nächsten Wochen. Die Maschine kostete ihn 5000 Euro, Transport und Umbau ein Vielfaches der Summe.

"Kopf einziehen!", bittet Herbert in den zwei Tonnen schweren Koloss hinein. "Ich baue gerade den Innenraum aus." Vier Betten, WC mit Warmwasser-Dusche, Küche mit Spüle, Herd, Kühlschrank und Esstisch sollen Platz finden.

Strom liefert ein Elektromotor, der den Original-Motor ersetzt. Prunkstück soll ein Flugsimulator im Cockpit werden. Mitte Juli will er die ersten Gäste beherbergen. Eine Nacht kostet dann stolze 399 Euro.

Dafür gibt's einen exklusiven Blick auf die Schrammsteine aus Deutschlands erstem Antonov-Hotel.

Titelfoto: Norbert Neumann

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