Kommentar zu Sachsens Suche nach einem Tourismus-Masterplan: Was sich ändern lässt

Sachsen - Was nützen die schönsten Täler – wenn hungrige Wanderer vor geschlossenen Wirtschaften stehen? Wie unwirtlich wirken braun-matschige Skihänge in einer Wintersaison mit zweistelligen Plusgraden? Sachsen sucht nach einem neuen Masterplan für den Tourismus – und das sind zwei der Fragen, die auf die aktuelle Problemlage hinweisen.

Wärmere und schneearme Winter stellen Skigebiete unter 1000 Meter zunehmend vor die Existenzfrage.
Wärmere und schneearme Winter stellen Skigebiete unter 1000 Meter zunehmend vor die Existenzfrage.  © Sebastian Kahnert/dpa

Es gibt Dinge, die kann man nicht ändern. Das Wetter etwa. Dass sich ein Skigebiet weit unter 1000 Meter angesichts wärmerer Winter auf Dauer wirtschaftlich nicht halten kann, ist logisch.

Einen "Plan B" zu finden, ist Aufgabe der Touristiker, diesen "Plan B" mit Investitionsbeihilfen zum Laufen zu bringen, die der Politik.

Doch es gibt Dinge, die man schnell ändern könnte. Und dafür braucht es keine Masterpläne, sondern Pragmatismus. Worüber klagen unsere Hoteliers und Gastwirte teils seit Jahren? Über die ausufernde Bürokratie!

Rekordwert: Tourismus-Boom in Sachsen!
Sachsen Rekordwert: Tourismus-Boom in Sachsen!

Arbeitszeitgesetz, Mehrwegpflicht, Dokumentationspflichten – rund 14 Stunden müsse sich ein Gastronom in der Woche mit Bürokratie beschäftigen, bemängelte der Industrie- und Handelskammertag erst kürzlich bei der Tourismus-Anhörung im Bundestag.

Ein unflexibles Arbeitszeitgesetz macht es zudem unmöglich, dass Köche und Kellner in Spitzenzeiten freiwillig länger als zehn Stunden und anderntags verkürzt arbeiten dürfen.

Was die Personalnot immens verschärft!

Die Gastronomie leidet zunehmend unter Bürokratie und großer Personalnot - auch in Sachsens Tourismusgebieten.
Die Gastronomie leidet zunehmend unter Bürokratie und großer Personalnot - auch in Sachsens Tourismusgebieten.  © Jonas Walzberg/dpa
TAG24-Redakteur Alexander Bischoff.
TAG24-Redakteur Alexander Bischoff.  © Eric Münch

Corona-Zeit aufarbeiten, Image von Handwerk und Service aufpolieren

Wer den Tourismus zukunftsfähig machen will, muss zudem die Ausbildungssituation verbessern. Handwerk und Service brauchen in unserer überakademisierten Gesellschaft endlich eine nachhaltige Imagekampagne – schon in den Schulen.

Und es braucht eine ehrliche Aufarbeitung der Corona-Zeit und ihrer für die Branche teils verheerenden Maßnahmen. Was war wirklich notwendig und was stellt sich im Nachhinein als Irrtum heraus?

Gerade für Hoteliers und Gastronomen ist es überlebenswichtig, darauf vertrauen zu können, dass es künftig nicht zu willkürlichen Schließungen kommt.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa, Eric Münch

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