Himmelblauer Neuzugang in Zwickau: "Die einzig wahre Rennpappe" ist jetzt reif fürs Museum

Zwickau - Das August Horch Museum Zwickau hat einen prominenten Neuzugang: den legendären, himmelblauen Schumann-Trabi mit der Startnummer 5. DDR-Rennfahrer-Ikone Klaus Schumann (85) raste in der "einzig wahren Rennpappe" mit bis zu 180 km/h zu vier Rundkurs-Meistertiteln. Der großartige Kleine erzählt eine bewegte Geschichte.

Das August Horch Museum in Zwickau mit mehr als 160 Exponaten ist ein Mekka für Auto-Fans.
Das August Horch Museum in Zwickau mit mehr als 160 Exponaten ist ein Mekka für Auto-Fans.  © Uwe Meinhold

"Nach den Rennwochenenden haben Klaus und ich immer nachgeschaut, ob im Trabi noch alles ganz war", erinnert sich Besitzer Wolfgang Hirche (69) vom Motorsportclub Lützkendorf. 

Pro Saison musste das Plaste-und-Elaste-Wunder drei Berg-Rennen und drei Straßen-Kurse überstehen. 

Für Nässe und Trockenheit gab es zwei Getriebe, die 26 PS wurden auf 70 PS getunt. Viele Pleuellager rissen, auch die Kurbelwelle machte Ärger. 

Bei einem Sonntagstraining auf dem Schleizer Dreieck riss die Vorderfeder. Schumann holte Ersatz von Zuhause. Das dauerte drei Stunden. Hirche setzte sie unter Zeitdruck ein und Schumann gewann das Rennen. 

"Es ist ein feines Sahnehäubchen auf die Dauerausstellung"

Chef-Mechaniker Wolfgang Hirche (69) sicherte sich 1995 den himmelblauen Schumann-Trabi mit der Startnummer 5.
Chef-Mechaniker Wolfgang Hirche (69) sicherte sich 1995 den himmelblauen Schumann-Trabi mit der Startnummer 5.  © Andreas Kretschel

Für Museum und Originalzustand 1989 wurde "das alte Zeug" wie Rennsitz und Sicherheitsgurt wieder eingebaut. Auch Schumanns Helm liegt bei. Bis April sind Hirche und Trabi getrennt. 

"Aber ich werde oft da sein, denn ich will ihn immer mal streicheln."

Das Unikat hat es auch Horch-Museum-Marketing-Chefin Annett Lang (51) angetan: "Der Trabi eines fünfmaligen Champions lockt Besucher. Es ist ein feines Sahnehäubchen auf die Dauerausstellung."

Volle Ränge, der Duft von Zwei-Takt-Gemisch und quietschende Reifen. 1989 jagten noch Renn-Trabis über den Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal.
Volle Ränge, der Duft von Zwei-Takt-Gemisch und quietschende Reifen. 1989 jagten noch Renn-Trabis über den Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal.  © Andreas Kretschel
Der Schumann-Trabi steht in der Startaufstellung auf dem Schleizer Dreieck. Eröffnet 1923, ist es der älteste Straßenrundkurs Deutschlands.
Der Schumann-Trabi steht in der Startaufstellung auf dem Schleizer Dreieck. Eröffnet 1923, ist es der älteste Straßenrundkurs Deutschlands.  © Wolfgang Hirche

Kein Gewinn ohne Verlust. Isle of Man-Rallye-Star von 1992 "Fritzi" musste Platz machen.

Titelfoto: Wolfgang Hirche

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