Polizeiskandal in Zwickau: Revierleiter soll Interna an Rechtsextremisten verraten haben!

Zwickau - Polizeiskandal in Zwickau: Der bisherige Revierleiter Kay-Uwe Mittmann (53) steht im Verdacht des dienstlichen Geheimnisverrats.

Jetzt unter neuer Führung: Das Polizeirevier am Alten Steinweg. (Hier im Bild die Polizeidirektion in der Lessingstraße.)
Jetzt unter neuer Führung: Das Polizeirevier am Alten Steinweg. (Hier im Bild die Polizeidirektion in der Lessingstraße.)  © Kristin Schmidt

Polizeipräsident Lutz Rodig (58) reagierte sofort und versetzte den Beamten. Unterdessen räumt die Polizei ein, dass Mittmann sogar Polizeiinterna an den Rechtsextremisten Martin Kohlmann (44) weitergegeben haben soll.

Darum ging es: Die Stadt Zwickau plante für den vergangenen Samstag ein großes interkulturelles Fest ("Zwikkolör") auf dem Hauptmarkt. Die Planung begann im November, laut Stadt erfolgte auch frühzeitig die Anmeldung bei der Versammlungsbehörde, dem Landkreis Zwickau.

Dann wollten "Querdenker", darunter die Initiative "Volksstimme Zwickau", den Hauptmarkt am Samstag mit einer Demo belegen.

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Nach der Absage durch den Landkreis zogen die "Querdenker", vertreten durch den Rechtsanwalt und Chef der Freien Sachsen Martin Kohlmann, vors Verwaltungsgericht Chemnitz. Dort bekam die Demo für den vergangenen Samstag den Zuschlag für den Hauptmarkt. Die Stadt sagte das Fest ab.

Bei der Prüfung am Verwaltungsgericht kam heraus, dass der Polizeirevierleiter Kay-Uwe Mittmann "dienstinterne Informationen an Dritte" weitergegeben habe, so die Polizeidirektion auf TAG24-Anfrage. Doch die Polizei räumte auch ein: "Wir bestätigen, dass die Dienstinterna an Anwalt Kohlmann weitergegeben worden sind. Die näheren Umstände sind Gegenstand der Ermittlungen."

Laut der Polizei gab Mittmann Informationen aus einem Behördengespräch von Stadt Zwickau, Landkreis und Polizei zum vergangenen Samstag weiter.

Revierleiter Kay-Uwe Mittmann (53) wurde versetzt, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Revierleiter Kay-Uwe Mittmann (53) wurde versetzt, die Staatsanwaltschaft ermittelt.  © Polizeidirektion Zwickau

Gegen den bisherigen Revierleiter läuft ein Disziplinarverfahren

Zwickaus Polizeipräsident Lutz Rodig (58) hat sofort gehandelt. Durch den Verrat von Dienstinterna fürchtet er um das Vertrauen in die Polizei.
Zwickaus Polizeipräsident Lutz Rodig (58) hat sofort gehandelt. Durch den Verrat von Dienstinterna fürchtet er um das Vertrauen in die Polizei.  © Uwe Meinhold

Polizeipräsident Lutz Rodig zog noch vorigen Freitag die Notbremse und versetzte den Revierleiter in dem Führungsstab der Polizeidirektion, angeblich ohne besondere Befugnisse.

Zudem leitete er ein Disziplinarverfahren "mit Beschleunigungsgebot" ein. Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

Rodig erklärte gegenüber TAG24: "Die Preisgabe dienstinterner Informationen stellt nicht nur ein Dienstvergehen dar, sondern erschüttert auch das Vertrauen der Bürger in die Arbeit der Polizei in erheblicher Weise. Einem solchen Pflichtverstoß ist mit aller Konsequenz zu begegnen."

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Der Nachfolger Mittmanns steht fest: Kay Voigt (46) ist neuer Revierleiter der Polizei Zwickau.

Titelfoto: Kristin Schmidt/Polizeidirektion Zwickau

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