Archäologen lüften Geheimnisse von Norddeutschlands ältestem Grab

Lüchow - Unter den kontrollierten Bedingungen der Zentralwerkstatt des Museums für Archäologie haben Forschende in Schleswig (Schleswig-Holstein) mit der Untersuchung von Norddeutschlands ältestem Grab begonnen.

Im Labor im Schloss Gottorf arbeiten Archäologen und Archäologinnen an dem ältesten norddeutschen Grab.
Im Labor im Schloss Gottorf arbeiten Archäologen und Archäologinnen an dem ältesten norddeutschen Grab.  © Axel Heimken/dpa

Dabei helfe es, dass die Gebeine des steinzeitlichen Norddeutschen nur zum Teil verbrannt sind, sagte Grabungsleiter Harald Lübke.

Im Oktober hatten Lübke und sein Team die menschlichen Überreste im Duvenseer Moor bei Lüchow im Herzogtum Lauenburg gefunden. Sie sind etwa 10.500 Jahre alt.

"Es handelt sich definitiv um das älteste Grab Norddeutschlands", sagte Lübke. Er hofft, in den Knochen des Mannes oder der Frau noch DNA zu finden.

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Proben für eine Radiokohlenstoffdatierung (C14-Datierung) sind bereits entnommen. Mit Ergebnissen rechnet Lübke in den kommenden Wochen. "Wir hoffen im Idealfall auf eine Datierung um plus/minus 30 Jahre."

Nördlich der deutschen Mittelgebirge gibt es nach Kenntnis des Archäologen nur bei Hammelev in Jütland (Dänemark) einen ähnlich alten Leichenbrandfund.

Grabungsleiter Harald Lübke (r.) und sein Team hatten die menschlichen Überreste im Oktober 2022 im Duvenseer Moor gefunden.
Grabungsleiter Harald Lübke (r.) und sein Team hatten die menschlichen Überreste im Oktober 2022 im Duvenseer Moor gefunden.  © Axel Heimken/dpa

Bekannte Gräber steinzeitlicher Jäger und Sammler beispielsweise aus Mecklenburg-Vorpommern seien jünger, zwei in Brandenburg in Flüssen gefundene Schädel etwas älter.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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