Land wieder zuständig für die Ölbeseitigung im Nord-Ostsee-Kanal: Sperrung noch bis Januar

Brunsbüttel - Für die Reinigungsarbeiten im Nord-Ostsee-Kanal (NOK) nach einer Ölhavarie im Hafen von Brunsbüttel ist seit Mittwoch Schleswig-Holstein zuständig. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz hat vom Havariekommando die Einsatzleitung übernommen. Dennoch bleibt die viel befahrene künstliche Wasserstraße mindestens bis 3. Januar gesperrt.

Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) bei seinem Statement nahe des Kanals.
Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) bei seinem Statement nahe des Kanals.  © Jonas Walzberg/dpa

"Jetzt gilt es, die restlichen Arbeiten zügig abzuschließen, um die Auswirkungen auf Umwelt und Schifffahrt möglichst gering zu halten", sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (41, Grüne).

Er danke den vielen Helfern, die auch über Weihnachten hinweg das Öl bekämpft haben.

Der NOK wurde am 21. Dezember gesperrt, nachdem wegen eines Lecks in einer Pipeline im Hafen von Brunsbüttel große Mengen Öl ausgelaufen waren. Die Ursache war zunächst unklar.

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"Wir haben den größten Ölunfall der jüngeren Zeit an der deutschen Küste in den Griff bekommen", sagte der Leiter des Havariekommandos, Robby Renner.

Kräfte von Bund und Ländern hätten Hand in Hand gearbeitet.

Einsatzkräfte werden nach und nach abgezogen

Das Mehrzweckschiff Odin fährt mit einem Ponton über das Wasser vor der Schleuse, um das Öl aufzunehmen.
Das Mehrzweckschiff Odin fährt mit einem Ponton über das Wasser vor der Schleuse, um das Öl aufzunehmen.  © Jonas Walzberg/dpa

Am Dienstag waren zeitweilig noch 120 Helfer im Einsatz. Bereits am Dienstagnachmittag wurden aber nach und nach Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und der Feuerwehr abgezogen.

Fachfirmen übernehmen die Reinigungsarbeiten an der Uferböschung. Der Landesbetrieb soll täglich vor Ort sein und die Arbeiten leiten. Vom Wasser aus soll die Ölbekämpfung mithilfe des Spezialschiffs "Odin" und dem Ponton "Lüttmoor" weitergehen.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (50, parteilos) hofft im Sinne der betroffenen Wirtschaftsunternehmen auf eine rasche Freigabe des Kanals für die Schifffahrt.

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"Ich wäre natürlich lieber dafür, dass wir gerade jetzt keine Geschichte schreiben der längsten Sperrung des Nord-Ostsee-Kanals", sagte Madsen am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Mit einer Freigabe noch in diesem Jahr rechne er aber nicht.

Titelfoto: Jonas Walzberg/dpa

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