Schmutzige Geschäfte an Uni Jena: Ex-Mitarbeiter soll viel Geld veruntreut haben

Jena - Gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Studierendenrates der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat die Staatsanwaltschaft Gera Anklage wegen Untreue-Verdachts erhoben.

An der Friedrich-Schiller-Universität Jena hatte ein ehemaliger Mitarbeiter des Studienrates über 1,5 Jahre Geld im fünfstelligen Bereich veruntreut. (Archivbild)
An der Friedrich-Schiller-Universität Jena hatte ein ehemaliger Mitarbeiter des Studienrates über 1,5 Jahre Geld im fünfstelligen Bereich veruntreut. (Archivbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage mitteilte, werden dem 30-Jährigen 55 Fälle von Untreue mit einem Gesamtschaden von rund 38.600 Euro zur Last gelegt. Am 31. August soll der Prozess am Amtsgericht Jena beginnen. Zuvor berichtete der MDR.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte seinerzeit selbst als Zeuge und Vertreter der Studierendenschaft die Anzeige erstattet. Im Zuge erster Ermittlungen hat sich laut Staatsanwaltschaft herausgestellt, dass er die Überweisungen auf mehrere Konten zwischen Februar 2020 und Dezember 2021 selbst getätigt und das Geld privat genutzt haben soll.

Der Mann, der geständig sei, habe mittlerweile etwas weniger als die Hälfte des Geldes, rund 16.000 Euro, zurückerstattet. Eine Rückzahlung der restlichen Summe stehe noch aus.

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Der Studierendenrat freue sich, dass es mit der Anklage nun "weitergeht", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Mitarbeitenden im Bereich Finanzen des Studierendenrats war nach eigenen Angaben Mitte Dezember 2021 eine Unstimmigkeit bei einer Doppelüberweisung in einem sehr kurzen Zeitraum aufgefallen.

Im Januar sei nach internen Prüfungen das Ausmaß des Falls deutlich geworden und Anzeige erstattet worden. Das Finanzreferat verwaltet das Geld der Studierendenschaft.

Untreue ist ähnlich wie Betrug zu klassifizieren. Wer wegen Untreue verurteilt wird, muss mindestens mit einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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