Statistik belegt: Thüringen hat überdurchschnittlich viele arme Menschen

Erfurt - Die Armutsquote in Thüringen ist 2022 etwas gesunken. Trotzdem liegt der Anteil weiterhin über dem Bundesschnitt.

Armut ist in Thüringen weiterhin ein vielschichtiges Problem. (Symbolfoto)
Armut ist in Thüringen weiterhin ein vielschichtiges Problem. (Symbolfoto)  © Sebastian Kahnert/dpa

So lag die sogenannte Armutsquote in dem Jahr bei 18,4 Prozent und damit drei Prozent unter dem Wert von 2021, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband am Dienstag in Berlin mitteilte. Bundesweit lag der Wert im Jahr 2022 bei 16,8 Prozent.

Die Armutsquote gibt an, wie viele Menschen mit ihrem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung liegen. Dieser Wert lag 2022 für Singles bei 1186 Euro, für Alleinerziehende mit einem Kleinkind bei 1542 Euro und für einen Paarhaushalt mit zwei Kleinkindern bei 2490 Euro.

Am stärksten von Armut betroffen war dem Bericht nach 2022 der Bereich Mittelthüringen mit einer Quote von 19,6 Prozent. In Südthüringen lag der Anteil der in dem Bericht als arm definierten Menschen bei 16,3 Prozent und damit am niedrigsten im Freistaat.

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Der Rückgang in Thüringen solle nicht dazu führen, das Thema Armut als erledigt zu sehen, appellierte der stellvertretende Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen, Steffen Richter. "Die strukturellen Probleme, die zu Armut führen, sind immer noch da. Armut, soziale Ungerechtigkeit führen zu gesellschaftlicher Spaltung", erklärte er.

Die gemessen am Anteil der Bevölkerung meisten armen Menschen leben dem Bericht nach in Bremen (29,1 Prozent) sowie mit jeweils mindestens 19 Prozent im Saarland, in Sachsen-Anhalt, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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