"Babylon Berlin"-Schauspieler Jens Harzer ist neuer Träger des berühmten "Iffland-Rings"

Wien/Hamburg - Der Hamburger Schauspieler Jens Harzer erhält am Sonntag im Burgtheater in Wien den prestigeträchtigen "Iffland-Ring".

Margarita Broich (Schauspielerin, rechts) gibt Jens Harzer bei der Preisverleihung der Hessischen Film- und Kinopreise einen Kuss, nach dem der als bester Schauspiel ausgezeichnet wurde.
Margarita Broich (Schauspielerin, rechts) gibt Jens Harzer bei der Preisverleihung der Hessischen Film- und Kinopreise einen Kuss, nach dem der als bester Schauspiel ausgezeichnet wurde.  © Andreas Arnold/dpa

Dabei handelt es sich um einen Fingerring, auf dem das Porträt des bedeutenden deutschen Schauspielers, Theaterdirektors und Dramatikers August Wilhelm Iffland prangt.

Der Ring wird jeweils testamentarisch dem "würdigsten" Schauspieler im deutschsprachigen Raum auf Lebenszeit vermacht. Zuletzt trug ihn der im Februar gestorbene Schweizer Schauspieler Bruno Ganz.

Neuer Träger ist jetzt der 47-jährige Harzer.

Der ist Ensemble-Mitglied am Hamburger Thalia Theater und hat auch auf zahlreichen anderen Bühnen wie den Münchner Kammerspielen in seinen Rollen geglänzt. Einem großen Publikum ist der gebürtige Wiesbadener spätestens seit seiner Rolle als Arzt in der TV-Serie "Babylon Berlin" bekannt.

Die Festreden auf Harzer sollen der Schriftsteller Peter Handke sowie der Regisseur und Intendant des Bochumer Schauspielhauses, Johan Simons, halten. Den Ring wird der österreichische Kulturminister Alexander Schallenberg übergeben.

Der 2014 vom Schauspieler Bruno Ganz verfasste handschriftliche Breif verfügt, dass der Schauspieler Jens Harzer den Iffland-Ring als Nachfolger erhält. Der Iffland-Ring gebürt dem "würdigsten" unter den Schauspielern im deutschsprachigen Raum.
Der 2014 vom Schauspieler Bruno Ganz verfasste handschriftliche Breif verfügt, dass der Schauspieler Jens Harzer den Iffland-Ring als Nachfolger erhält. Der Iffland-Ring gebürt dem "würdigsten" unter den Schauspielern im deutschsprachigen Raum.  © Bundeskanzleramt/dpa

Update, 14 Uhr: Andächtige Verleihung mit großen Ehren

Jens Harzers Dank für die Überreichung des Iffland-Rings, der wohl größten Auszeichnung im deutschsprachigen Theater, kam ohne eigene Worte aus.

Der 47-Jährige las am Sonntag im Wiener Burgtheater lieber die Erzählung "Unverhofftes Wiedersehen" von Johann Peter Hebel aus dem Jahr 1811. Darin stirbt ein Bergmann kurz vor der Hochzeit, seine unter Tage konservierte Leiche wird Jahrzehnte später geborgen und die Beerdigung von der immer noch trauernden Verlobten als Hochzeit inszeniert. Danach herzte Harzer die Festredner Peter Handke und Johan Simons, wurde minutenlang vom Publikum gefeiert - und verließ die Bühne.

Es wirkte, als wolle er die Bedeutung des Moments nicht noch durch eigenes Zutun aufladen.

Die Intendantin des Burgtheaters, Karin Bergmann, bezeichnete die Auszeichnung als ein "geheimes Vermächtnis", das unbeeinflusst von Feuilletons und öffentlicher Meinung zugedacht werde. Der Ring sei keine Goldmedaille, sondern ein "Zeichen der emphatischen Anerkennung eines großen Künstlers an einen anderen großen Künstler".

Handke erinnerte in seiner Festrede an das Geheimnis der Schauspielkunst: "Es ist nicht Menschenkenntnis, sondern es ist Menschenerkenntnis im Moment des Spiels."

Der Intendant des Schauspielhauses Bochum, Johan Simons, würdigte als Laudator die Präsenz Harzers auf der Bühne, den es zu beobachten lohne, auch wenn er scheinbar nur ruhig in der Ecke sitze.

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