"Sehr dramatisch": Zoo Leipzig will nahezu ausgestorbene Rasse zurück auf sächsische Felder bringen
Leipzig - Einst gab es sie millionenfach, doch jetzt sind die Feldhamster in Sachsen vom Aussterben bedroht. Unter anderem der Zoo Leipzig hat sich den kleinen Tieren in einem Schutzprojekt angenommen. Wie genau das aussieht, erfahrt Ihr in der neuen Folge "Hundkatzemaus".
"Der Feldhamster ist tatsächlich vor gut fünf Jahren in Sachsen fast ausgestorben, also es gibt keinen Nachweis mehr seit Jahren", beschreibt der Seniorkurator Arien Jacken die prekäre Lage.
Vor ein paar Jahrzehnten sah das noch ganz anders aus. Umso wichtiger ist es, die kleinen Nager jetzt nicht einfach aufzugeben. "Das Aussterben vor der eigenen Haustür ist tatsächlich sehr dramatisch."
Mit seinem Zuchtzentrum will der Zoo dagegenwirken. Ziel ist es, Feldhamster zu verpaaren und die Nachkommen auszuwildern.
Doch das gestaltet sich gar nicht so einfach, denn die Tiere sind Einzelgänger und akzeptieren nur schwer Artgenossen in ihrem Revier.
Die Arbeit lohnt sich und die herangezüchteten Hamster dürfen bald wieder in ihr neues Zuhause einziehen.
Auswildern Ja, doch nicht irgendwie
Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten. Um den Hamstern den Weg in die freie Natur zu erleichtern, werden sie auf einer extra angelegten Wiese ausgesetzt.
Dort stecken die Tierpfleger sie in vorgebohrte Löcher, die dem Bau der Tiere ähneln sollen. Darüber kommt ein Büschel Gras und vorerst ein Käfig. Dieser ist unter anderem dafür da, dass die Feldhamster vor Fressfeinden geschützt sind.
Extra angelegte Futterpflanzen und der Verzicht auf Pflanzengift erleichtern ihnen ihren Weg in die Freiheit zusätzlich.
Etwa rund 180 Tiere wurden dieses Jahr bereits ausgewildert.
Jetzt ist die Hoffnung groß, dass die Hamster sich in freier Wildbahn selber paaren und so eine neue Generation Feldhamster in Sachsen entsteht.
Die neue Folge "Hundkatzemaus" seht Ihr bereits jetzt auf RTL+. Darüber hinaus läuft sie am heutigen Samstag um 17:55 Uhr auf VOX.
Titelfoto: Montage: Hendrik Schmidt/dpa; Henning Kaiser/dpa

