Sternschnuppen 2020: Wann ist die nächste Sternschnuppennacht?

Deutschland - Das Szenario am Himmel begeistert Menschen auf der ganzen Welt. Wann die nächste Sternschnuppennacht stattfindet, was eine Sternschnuppe überhaupt ist und mehr Wissenswertes über das Himmelsspektakel erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Sternschnuppen 2020: TAG24 liefert Hintergrundinfos, Daten und Tipps!
Sternschnuppen 2020: TAG24 liefert Hintergrundinfos, Daten und Tipps!  © Unsplash/Kristopher Roller

Die Faszination für Sternschnuppen in Deutschland ist groß und hat für viele auch etwas Mystisches. Die Geschichten und Mythen, die sich um dieses spannende Himmelsspektakel ranken, sind in einer Zeit entstanden, in der die Menschen sich das Naturschauspiel nicht erklären konnten.

Das ist heute anders, Astronomen wissen sehr genau, was hinter dem Naturphänomen steckt. Die wichtigsten Infos und Daten zum Thema Sternschnuppen hat TAG24 für Euch zusammengetragen:

  • Was sind Sternschnuppen?
  • Wann kann man Sternschnuppen 2020 sehen?
  • Welches sind die großen Sternschnuppenregen?
  • Was steckt hinter den Namen der Sternschnuppenregen?
  • Der große Sternschnuppenkalender 2020
  • Tipps für die Sternschnuppen Beobachtung

Wer sich fragt, ob man Sternschnuppen heute in Deutschland sehen kann, wie Sternschnuppen entstehen und wann die nächsten Sternschnuppen zu sehen sind, findet hier alle Infos!

Update am 10.06.2020:

Wann kann man wieder Sternschnuppen sehen? Im Hochsommer!

Im August erwartet uns der Meteorschauer der Perseiden. Mehr Infos dazu findet Ihr weiter unten im Abschnitt über die vier größten Sternschnuppenregen 2020.

Wer Sternschnuppen in Deutschland beobachten möchte, sollte sich am besten auf den Rücken legen.
Wer Sternschnuppen in Deutschland beobachten möchte, sollte sich am besten auf den Rücken legen.  © dpa/Hendrik Schmidt

Definition: Was sind Sternschnuppen eigentlich und wie entstehen sie?

Vorab ein bisschen Hintergrundwissen, denn viele fragen sich, was sind Sternschnuppen genau, was ist die Sternschnuppen-Definition und wie entstehen Sternschnuppen.

Sternschnuppen sind im Grunde Staubteilchen von zerfallenden Kometen, die auf die Atmosphäre treffen und verglühen. Diese Überreste kann man als leuchtenden Himmelskörper von der Erde aus im Weltall sehen. Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit werden die Luftmoleküle zum Leuchten gebracht und für uns in einer Sternschnuppennacht in Deutschland als leuchtender Schweif sichtbar. Es ist also kein Stern mit Schweif, den man da hoch oben sieht, auch wenn es im Englischen falling star heißt, zu deutsch: fallender Stern.

Astronomen bezeichnen derartige Wettererscheinungen als Meteore. Immer wenn die Erde einen Meteorstrom, also einen Staubstrom eines Kometen kreuzt, kann man am Nachthimmel Sternschnuppen sehen.

Eine "Schnuppe" ist übrigens nichts anderes als das glühende Dochtende einer Kerze und lieferte damit den umgangssprachlichen Namensursprung für die Meteore.

Viele denken fälschlicherweise, Meteore seien Sterne mit einem Schweif.
Viele denken fälschlicherweise, Meteore seien Sterne mit einem Schweif.  © 123RF/solarseven

Wann kann man Sternschnuppen 2020 in Deutschland sehen?

Es gibt neben mehreren kleinen Sternschnuppenregen insgesamt vier große Meteorströme, die man je nach Wetterlage jedes Jahr im gleichen Zeitraum bewundern kann. Diese Ströme haben eine besonders hohe Fallrate pro Stunde, sodass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, Sternschnuppen in Deutschland sehen zu können.

Die nächsten Sternschnuppen Deutschlands:

  • Sternschnuppen im Herbst 2020: Leoniden im November
  • Sternschnuppen im Winter 2020: Geminiden im Dezember
  • Sternschnuppen im Frühjahr 2020: Quadrantiden im Januar
  • Sternschnuppen im Sommer 2020: Perseiden im Juli und August

Der Sternschnuppenregen der Geminiden, der Mitte Dezember auftritt, gilt als stärkster Meteorstrom des Jahres – der Termin des Maximums ist auf jeden Fall wert, im Kalender notiert zu werden! Wann das ist, sagen wir Euch:

Wann kann ich die nächsten Sternschnuppen sehen?

Zu jeder Jahreszeit und in jedem Monat erwarten Euch in Deutschland Sternschnuppen in 2020. Dabei hat jede Aktivitätsphase ein sogenanntes Maximum, an dem der Meteorschauer seinen Höhepunkt erreicht in puncto Häufigkeit bzw. Fallrate.

Was ist die beste Zeit für Sternschnuppen? TAG24 stellt die vier größten Meteorschauer vor:

Quadrantiden, Perseiden, Leoniden, Geminiden: Bei klarem Himmel kann man die großen Sternschnuppenströme sehen.
Quadrantiden, Perseiden, Leoniden, Geminiden: Bei klarem Himmel kann man die großen Sternschnuppenströme sehen.  © dpa/Oliver Berg

Quadrantiden: Sternschnuppen im Januar 2020

Direkt zum Jahreswechsel erreichen uns die Quadrantiden im Januar, die ihren Höhepunkt meist vom 1. bis 5. Januar ihren erreichen. Die ersten Ausläufer sind allerdings schon Ende Dezember unterwegs.

Die Quadrantiden 2020 erreichen ihren Höhepunkt vorraussichtlich am 3. Januar. Dann hagelt es bis zu 200 Sternschnuppen pro Stunde.

Die Quadrantiden sind die Überreste eines Kometenkomplexes, der in den Asteroid 2003 EH1 und andere Kometen zerfallen ist. 2003 EH1 gilt unter Astronomen als Ursprungskörper. Namensgeber ist dabei der Mauerquadrant, der inzwischen zum Sternbild des Bärenhüters zählt, lateinisch "Bootes". Häufig werden die Quadrantiden daher auch Bootiden bezeichnet.

Im Gegensatz zu anderen bedeutenden Meteorströmen, erreichen sie sehr hohe Spitzen. Das heißt, die Zeit, in der man das Spektakel am Himmel beobachten kann, umfasst nur wenige Stunden. In Nächten, wo der Mond sehr hell ist, wie bei Vollmond, wird die Sicht auf die Sterne zusätzlich erschwert.

Perseiden: Sternschnuppen im August 2020

Sternschnuppen im August: Auch Mitte des Jahres kann man Sternschnuppen bewundern, denn mitten im Hochsommer kommen jedes Jahr die Perseiden.

Anfang bis Mitte August findet in den meisten Jahren der Höhepunkt der Aktivität statt.

Der Ursprung der Perseiden ist ein Komet mit dem Namen 109/Swift-Tuttle, der eine große Staubspur hinterlassen hat. Die Sternschnuppen, die wir im Juli und August sehen, sind also Reste des Kometen Swift-Tuttle.

Leoniden: Sternschnuppen im November 2020

Wann kann man die Leoniden 2020 sehen? Nach dem Sternbild des Löwen benannt ist dieser Sternschnuppenschwarm im November aktiv. Die zahllosen Bruchstücke der Leoniden stammen vom Kometen Tempel-Tuttle.

Das Maximum erreichen sie meist um den 17. und 18. November. Dann wird mit bis zu 15 Meteoren pro Stunde gerechnet.

2019 war der Mond allerdings ein Störfaktor bei der Beobachtung der Sternschnuppen, da er sehr nahe am Radianten der Leoniden und somit sehr hell war – das erschwerte die Sicht am Sternenhimmel. Mal sehen, ob man die Leoniden 2020 besser sehen kann.

Geminiden: Sternschnuppen im Dezember 2020

Wer in der besinnlichen Weihnachtszeit auf ein Feuerwerk am Himmel hofft, sollte seine Augen im Dezember offen halten, das ist die Phase der Geminiden. Ein Blick in den Sternenhimmel lohnt sich auch schon in den Abendstunden, man muss nicht bis weit nach Mitternacht warten wie bei vielen anderen Meteorschauern.

Den Höhepunkt der aktiven Phase erreichen sie meist Mitte Dezember.

Was ist der Ursprung? Das Leuchten der Geminiden kommt durch das Verglühen von Bruchstücken des Asteroids 3200 Phaeton zustande. Namensgeber ist hierbei das Sternbild Zwillinge (lateinisch: Gemini).

Übrigens: Sowohl die Leoniden als auch die Geminiden sind weltweit zu beobachten, die Quadrantiden und Perseiden hingegen am besten auf der Nordhalbkugel der Erde.

Das ganze Jahr über kann man in Deutschland Sternschnuppen sehen.
Das ganze Jahr über kann man in Deutschland Sternschnuppen sehen.  © 123RF/qq47182080

Wie kommt der Name der Sternschnuppenregen zustande?

Bei der Bewegung der Erde und der Kometen um die Sonne, kommt es immer wieder vor, dass die Laufbahn der Erde die Umlaufbahn eines Kometen streift bzw. kreuzt.

Wie oben beschrieben, verglühen die Staubteilchen des Kometen, wenn sie auf die Atmosphäre der Erde treffen und werden dann als Schweif sichtbar.

Für uns als Beobachter von der Erde aus ergibt sich dabei optisch ein Punkt, von dem die Schnuppen zu kommen scheinen. Das ist der Radiant.

Je nachdem, in welchem Sternbild dieser scheinbare Anfangspunkt des Leuchtens liegt, bekommt der Meteorstrom seinen Namen.

Da der Radiant der Leoniden beispielsweise im Sternbild des Löwen liegt, wurde der Meteorregen entsprechend Leoniden genannt (Leo lateinisch für Löwe).

Der große Sternschnuppen-Kalender 2020

Wann ist die beste Zeit für die Sternschnuppen-Beobachtung?

Neben den vier großen Sternschnuppenaktivitäten gibt es auch in den anderen Monaten die Chance, einen Meteor am Himmel zu erspähen. Die Erde streift übrigens noch viele weitere Ströme als hier erwähnt, die haben aber oftmals nur eine mittlere bis schwache Aktivität. Zudem haben einige Sternschnuppenregen ihren Höhepunkt oft tagsüber und sind daher nur schwer zu sehen, selbst bei starker Aktivität. Dann eine Schnuppe zu entdecken, ist eher Glückssache und in einigen Fällen sogar ziemlich unwahrscheinlich.

In unserem Sternschnuppen-Kalender stehen alle bedeutenden jährlichen Sternschnuppenströme mit den wichtigsten Terminen, an denen die Aktivität ihr Maximum erreicht:

Januar - Quadrantiden (starke Aktivität): 03.01.2020

Februar - Alpha-Centauriden (mittlere Aktivität): 08.02.2020

März - Gamma Normiden (mittlere Aktivität): 15.03.2020

April - Lyriden (mittlere Aktivität): 22.04.2020

Mai - Eta Aquariiden (mittlere Aktivität): 06.05.2020

Juni - Arietiden (starke Aktivität): 07.06.2020

Juli - Südliche Delta-Aquariiden (starke Aktivität): 30.07.2020

August - Perseiden (starke Aktivität): 12. u. 13.08.2020

September - Alpha-Aurigiden (mittlere Aktivität): 01.09.2020

Oktober - Orioniden (starke Aktivität) : 20. u. 21.10.2020

November - Leoniden (starke Aktivität): 17.11.2020

Dezember - Geminiden (starke Aktivität): 13.12.2020

Neben vielen Sternschnuppen 2020 erblickt man bei klarem Himmel auch die Milchstraße.
Neben vielen Sternschnuppen 2020 erblickt man bei klarem Himmel auch die Milchstraße.  © Unsplash/Denis Degioanni

Tipps für die nächste Sternschnuppennacht 2020

Für diejenigen, die einen dieser magischen Momente erleben möchten, hat TAG24 ein paar Tipps zusammengestellt für eine unvergessliche Nacht voller Sternschnuppen in Deutschland:

  • Den perfekten Ort wählen: Am allerwichtigsten ist es, einen lichtarmen Ort aufzusuchen. Man braucht eine freie Sicht auf den Nachthimmel in einer Umgebung, die sehr dunkel ist. Um in die richtige Himmelsrichtung zu schauen, helfen Euch zum Beispiel Apps wie zum Beispiel SkyView.
  • Die perfekte Zeit wählen: Neben dem Datum, an dem der Meteorregen seinen Höhepunkt erreicht, ist es auch ratsam, auf die Mondphase zu achten. Je mehr Licht der Mond abstrahlt, desto schwieriger wird es sein, den Sternschnuppenregen zu sehen. Trifft das Maximum auf die Vollmondphase, hat man oft mehr Glück an den Tagen danach oder davor.
  • Wettervorhersage checken: Wird es Regen geben? Das wäre schlecht. Denn Wolken verdecken die Sicht auf die Sterne. Für eine aufregende Sternschnuppennacht muss der Himmel möglichst klar sein.
  • Flach hinlegen: Am besten kann man das Phänomen im Liegen beobachten, so hat man sowohl den Radianten bzw. das zugehörige Sternbild als auch dessen Umgebung gut im Blickfeld.
  • Warm halten: Nachts kann es sehr kalt werden. Unterschätzt dabei nicht, dass der Körper stark auskühlen kann, wenn man ruhig da liegt bei der Beobachtung der Sternschnuppenschwärme. Nehmt daher am besten eine Isomatte und eine warme Decke mit. Wer im Winter auf Sternschnuppenjagd geht, sollte sich besser nicht allzu lang draußen aufhalten oder entsprechende Kleidung tragen, sonst riskiert man eine Erkältung.

Also viel Spaß beim Sternschnuppen-Bestaunen. Verrenkt Euch nicht den Hals und vergesst nicht, Euch etwas zu wünschen, wenn Ihr eine Schnuppe entdeckt – aber keinem verraten, sonst geht er nicht in Erfüllung!

Titelfoto: 123RF/solarseven

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