ADAC warnt vor Osterverkehr: An diesem Tag wird es besonders voll
Von Bernhard Sprengel
Hamburg - Trotz hoher Spritpreise wird nach Einschätzung des ADAC die große Mehrheit der Nord- und Ostseeurlauber zu Ostern mit dem Auto anreisen. Vor allem rund um Hamburg erwartet der Automobilclub viele Staus.
Besonders belastet könnten demnach die Autobahnen A1 (Bremen – Hamburg – Lübeck) und die A7 (Hannover – Hamburg – Flensburg) sein. Voll werden könnte es auch auf der A23 (Hamburg – Heide), der A24 (Hamburg – Berlin) und der A20 (Lübeck – Rostock – Stettin).
Die Unterkünfte in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind gut gebucht. Laut der Tourismusagentur Schleswig-Holstein ist die Buchungslage insgesamt solide. Besonders Orte wie die Insel Sylt und Heiligenhafen an der Ostsee meldeten eine hohe Auslastung.
Die landeseigene MV Tourismus GmbH bezeichnete die stabile Nachfrage als erfreulich. Die Rahmenbedingungen seien allerdings weiter herausfordernd, sagte Geschäftsführer Peter Kranz kürzlich. "Insbesondere die gestiegenen Kraftstoffpreise verschärfen in einem Urlaubsland, in dem 84 Prozent der Gäste mit dem Auto oder Wohnmobil anreisen, die Situation." Wer mit der Bahn anreist, muss sich auf zahlreiche Fahrplanänderungen wegen Bauarbeiten wie an der weiter gesperrten Strecke Berlin–Hamburg einstellen.
Verkehrsreichster Tag auf den Autobahnen dürfte laut ADAC der Gründonnerstag sein. Auch am Vormittag des Karfreitags sei mit starkem Reiseverkehr zu rechnen, sagte ADAC-Sprecher Menno Gebhardt. Am Ostermontag könnte es wegen vieler Rückfahrten zu Verzögerungen kommen.
Auf dem Weg zu den Ferienorten müssen Autofahrer mehrere Baustellen passieren. Auf der A7 sei der Elbtunnel ein ständiges Nadelöhr. Zwar ist der Tunnel selbst keine Baustelle, doch unmittelbar südlich und nördlich wird die Autobahn auf acht Spuren ausgebaut. Im Bereich Altona wird ein gut zwei Kilometer langer Lärmschutztunnel errichtet.
ADAC rechnet auf der A1 an der Norderelbbrücke mit Beeinträchtigungen
Weiter nördlich auf der A7 bei Rendsburg könnte es zu Stau vor der Rader Hochbrücke kommen. Die Brücke über den Nordostseekanal wird bis 2030 erneuert. Zwar sind in beiden Richtungen jeweils zwei Fahrspuren frei. Doch die Fahrbahn sei an mehreren Stellen verlegt, sagte Gebhardt. "Veränderungen an der Straßenführung sind immer Stauschwerpunkte."
Auf der A1 ist ebenfalls die Elbquerung bei Hamburg ein für Störungen anfälliger Punkt. Die Norderelbbrücke ist so marode, dass dort Verkehrseinschränkungen vor allem für Lastwagen gelten. Dadurch kommt es zu Beeinträchtigungen für den gesamten Verkehr.
Im weiteren Verlauf der A1 in Richtung Lübeck werden zwischen Bargteheide und Reinfeld drei kleinere Brücken erneuert. Die Autobahn ist dort von drei auf zwei Fahrstreifen je Richtung verengt. Wer in Lübeck der A1 in Richtung Fehmarn folgt, muss mit Verzögerungen zwischen Bad Schwartau und Pansdorf rechnen.
"Die Osterfeiertage gehören zu den staureichsten Zeiten im Jahr. Besonders rund um Hamburg treffen Pendler-, Urlaubs- und Ausflugsverkehr aufeinander", erklärte der ADAC-Sprecher. Alle Bundesländer, bis auf Hamburg, haben um Ostern Schulferien. Die Autobahn GmbH werde zu den Feiertagen keine neuen Bauarbeiten beginnen, sagte ein Sprecher der Niederlassung Nord.
Titelfoto: Bodo Marks/dpa

