Fast 300.000 Euro Steuern hinterzogen! Doch Promi-Winzer kommt mit Bewährung davon

Dresden - Der Gerichtssaal ist so gar nicht sein Metier. Klaus Zimmerling (59) nahm sichtlich angespannt auf der Anklagebank im Amtsgericht platz.

Klaus Zimmerling, wie jeder ihn kennt: zwischen seinen Weinreben auf dem Hang in Pillnitz.
Klaus Zimmerling, wie jeder ihn kennt: zwischen seinen Weinreben auf dem Hang in Pillnitz.  © dpa/Sebastian Kahnert

Der beliebte Winzer vom königlichen Weinberg in Pillnitz musste sich wegen Steuerhinterziehung verantworten.

Der Schaden schlug mit satten 277.083,06 Euro zu Buche. Und trotzdem lobte ihn am Ende sogar der Staatsanwalt.

"Ich hatte mich völlig verzettelt und den Überblick verloren", so der sichtlich reumütige Winzer, der jahrelang bei der Abrechnung seiner allseits beliebten Straußwirtschaft geschludert hatte.

"Es gab kein Kassenbuch, die tägliche Abrechnung nach spezifischen Steuersätzen unterblieb, Bargeldentnahmen waren nicht nachvollziehbar, Rechnungen wurden nicht oder doppelt gelegt", zählte Staatsanwalt Henrik Neumann auf.

Bei einer Tiefenprüfung des Finanzamtes 2016 fiel das dann freilich auf. "Als er den Fehler bemerkte, hat mein Mandant umgehend alle Karten auf den Tisch gelegt, bei der Aufklärung geholfen und die Abrechnung im eigenen Haus optimiert", sagte Verteidiger Michael Stephan.

Promi-Winzer Zimmerling sagt Danke

Staatsanwalt Neumann pflichtete ihm bei: "Das stimmt. Es konnten Dinge aufgeklärt werden, die ohne seine Hilfe unmöglich nachweisbar gewesen wären. Er hat alle Unterlagen beigebracht, den Steuerschaden sofort beglichen und eine Wiederholungsgefahr sehe ich auch nicht."

Der Richter verurteilte den bislang unbescholtenen Winzer denn auch "nur" zu 14 Monaten Haft, setzte die Strafe aber zur Bewährung aus.

Zusätzlich muss Zimmerling 5000 Euro an die Staatskasse zahlen. "Ich bedanke mich sehr für den fairen Umgang mit mir", sagte Klaus Zimmerling am Ende und verließ das Gericht auf dem kürzesten Weg wieder...

Winzer Zimmerling im Amtsgericht.
Winzer Zimmerling im Amtsgericht.  © Peter Schulze

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