Wüterich baut Waffe mit 3D-Drucker und bekommt Haftstrafe

Dresden - Wenn sich Lars S. (42) gestört fühlt, rastet er aus. Erst recht, wenn der gelernte Mechaniker Drogen oder Alkohol intus hat. Zu allem Überfluss baute sich der Wüterich auch noch eine "funktionstüchtige Waffe" mit einem 3D-Drucker! Nun saß Lars mal wieder vorm Amtsrichter in Dresden.

Eine Waffe dieses Typs bastelte sich der Angeklagte (42) mithilfe eines 3D-Druckers. Laut Gutachter war sie funktionsfähig. (Symbolbild)
Eine Waffe dieses Typs bastelte sich der Angeklagte (42) mithilfe eines 3D-Druckers. Laut Gutachter war sie funktionsfähig. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa

Seine damalige Freundin alarmierte im September 2025 die Polizei. Lars hatte gedroht, sie zu erschießen.

Das SEK rückte nach Niedersedlitz aus und wurde fündig: "Das ist eine funktionsfähige Waffe vom Modell Liberator", referierte der LKA-Gutachter. "Hergestellt auf einem 3D-Drucker." Lars, der ohnehin per Haftbefehl gesucht wurde, weil er einen Prozess geschwänzt hatte, kam in U-Haft.

"Die Waffe hatte ich schon Monate. Ich hatte ja sogar zwei", nörgelte der Karatekämpfer nun im Prozess. Er sei wütend gewesen, weil die Freundin eine Waffe gefunden, zerstört und entsorgt hatte.

Lars muss mal wieder in den Knast

Lars S. gestand seine Taten und muss nun wieder hinter Gitter.
Lars S. gestand seine Taten und muss nun wieder hinter Gitter.  © Thomas Türpe

Wut zog sich auch durch weitere Vorwürfe. So verjagte Lars rabiat einen Paketzusteller, als der in Leuben bei ihm klingelte. "Ich kam am Tag zuvor aus der Haft, hatte getrunken, Zoff mit meiner Freundin", begründete der Angeklagte, der sich später von zwei Reinigungskräften gestört fühlte, die das Haus putzten. "Ich wollte schlafen", so Lars, der reichlich getrunken hatte.

Er bedrohte die Opfer, warf deren Arbeitsutensilien aus dem dritten Stock. Darunter eine Akku-Poliermaschine. Als daraufhin der Objektleiter kam, bedrohte Lars ihn mit einem Brotmesser.

Als Lars nach einem Diebstahl im Supermarkt von der Polizei zu Hause aufgesucht wurde, waren sechs Beamte nötig, ihn zu bändigen. Auch da hatte er das Brotmesser bei sich.

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Der Gutachter riet, Lars in einer Entziehungsanstalt unterzubringen, um dessen Süchte und Wutausbrüche in den Griff zu bekommen. Doch das lehnte der Angeklagte ab. So muss er (mal wieder) in den Knast. Diesmal zwei Jahre und drei Monate.

Titelfoto: Bildmontage: picture alliance/dpa, Thomas Türpe

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