Ab jetzt geht es an die Gas-Reserven: Lindner warnt vor Dauer-Teuer-Preisen!

Bonn - Aus den deutschen Gasspeichern wird derzeit im Durchschnitt wieder etwas mehr Gas entnommen als eingespeichert.

Klaus Müller (51) ist Chef der Bundesnetzagentur.
Klaus Müller (51) ist Chef der Bundesnetzagentur.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Erstmalig sehen wir ein leichtes Ausspeichern" aus den deutschen Gasspeichern, schrieb der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller (51), am Samstag auf Twitter.

So sei der Füllstand aller deutschen Gasspeicher zusammengerechnet am Donnerstag um 0,03 Prozent auf 99,26 Prozent gesunken.

Die Füllstände werden immer mit Verzögerung mitgeteilt.

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"Wir haben viel Gas gespeichert, aber der Winter kann lange dauern", schrieb Müller. Um eine Gasmangellage zu vermeiden, müsse Deutschland Gas sparen, Flüssiggas-Terminals bauen und die Infrastruktur sichern.

In einem weiteren Tweet merkte Müller an, dass es sich bei den minus 0,03 Prozent um einen Nettowert handle. Einzelne Gasspeicher speicherten weiter ein, andere hätten Gas abgegeben, erklärte er.

Lindner warnt vor anhaltend hohen Energiepreisen

Finanzminister Christian Lindner (43) warnte vor dauerhaft hohen Energiepreisen.
Finanzminister Christian Lindner (43) warnte vor dauerhaft hohen Energiepreisen.  © Swen Pförtner/dpa

Zuletzt waren die Füllstände der Gasspeicher immer weiter gestiegen, es wurde also mehr Gas gespeichert als verbraucht.

Das lag unter anderem an den noch recht hohen Temperaturen im Herbst. Die Bundesnetzagentur hatte aber bereits am Freitag angekündigt, dass die Ausspeicherphase bald beginne.

Die Speicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit ein Puffersystem für den Markt.

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Mit einem Gasmangel im Winter rechnen dagegen immer weniger Menschen in Deutschland.

Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ("FAS").

Demnach gingen im August 2022 noch 52 Prozent der Befragten davon aus, dass im kommenden Winter in Deutschland nicht genügend Gas zur Verfügung steht und der Gasverbrauch beschränkt werden muss. Bis Oktober sank dieser Anteil auf 36 Prozent.

In einem Gastbeitrag in der Wirtschaftswoche schwor Bundesfinanzminister Christian Lindner (43) die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland am Samstag auf anhaltend hohe Energiepreise ein. "Es ist absehbar, dass die Energiepreise mittelfristig nicht mehr auf das Vorkrisenniveau sinken werden", schrieb der FDP-Politiker. Hilfen der Bundesregierung sollen entlastend wirken.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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