Hoher Gasverbrauch: Warum wir jetzt dringend weniger heizen müssen!

Bonn - Der Gas-Verbrauch in Deutschland war vergangene Woche sehr hoch. Die Bundesnetzagentur warnt. Weil Gas knapp ist, müsste deutlich mehr gespart werden.

Klaus Müller (51) leitet die Bundesnetzagentur in Bonn und ist verantwortlich für die Gasverteilung in Deutschland.
Klaus Müller (51) leitet die Bundesnetzagentur in Bonn und ist verantwortlich für die Gasverteilung in Deutschland.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Gasverbrauch der Haushalte steigt nach Einschätzung der Bundesnetzagentur derzeit zu stark an.

In der vergangenen Woche habe der Verbrauch von Haushalten und kleineren Gewerbebetrieben deutlich über dem durchschnittlichen Verbrauch der entsprechenden Vorjahreswochen gelegen, berichtete die Behörde am Donnerstag in Bonn.

Die Zahlen seien "sehr ernüchternd". "Ohne erhebliche Einsparungen auch im privaten Bereich wird es schwer, eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden", sagte Netzagenturpräsident Klaus Müller (51) laut einer Mitteilung.

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Zwar sei die vergangene Woche kälter als die Vorjahreswochen gewesen. Auch seien Verbräuche immer Momentaufnahmen und könnten sich schnell ändern.

Einsparungen müssten jedoch auch bei weiter sinkenden Temperaturen stattfinden, betonte Müller. "Das ist kein Selbstläufer."

Angesichts der gut gefüllten Speicher könne man unter drei Voraussetzungen gut über den Winter kommen. Zum einen müssten die Projekte zur Erhöhung der Gasimporte, wie etwa die Errichtung von LNG-Terminals realisiert werden.

Zum anderen müsse die Gasversorgung in unseren Nachbarländern ebenfalls stabil bleiben. "Und drittens muss Gas eingespart werden, auch wenn es zum Winter hin noch kälter wird. Da wird es auf jeden Einzelnen ankommen", sagte Müller weiter.

Auch bei kaltem Wetter Gas sparen

Der Gasverbrauch in Deutschland ist durch private Haushalte und Gasheizungen gestiegen. Gleichzeitig sind die Pipelines Nord Stream 1 und 2 nicht in Betrieb.
Der Gasverbrauch in Deutschland ist durch private Haushalte und Gasheizungen gestiegen. Gleichzeitig sind die Pipelines Nord Stream 1 und 2 nicht in Betrieb.  © Stefan Sauer/dpa

Privaten Haushalte und kleinere Gewerbekunden sind in Deutschland für rund 40 Prozent des Gasverbrauchs verantwortlich.

Dieser Gasverbrauch habe sich bis Mitte September zum Teil deutlich unter den durchschnittlichen Verbräuchen der Vorjahre bewegt.

In der vergangenen Woche habe er jedoch mit 483 Gigawattstunden um 14,5 Prozent über dem durchschnittlichen Wert dieser Woche in den Jahren 2018 bis 2021 gelegen. Die Preise für Gas sind aktuell sehr hoch.

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Die Bundesnetzagentur geht derzeit davon aus, dass zur Vermeidung einer Gasmangellage ein Rückgang des Verbrauchs um mindestens 20 Prozent erforderlich ist.

Bei einer Gasmangellage können nicht mehr alle Verbraucher in Deutschland mit Gas versorgt werden.

Im Zweifel kommt ein Gas-Mangel

Die Deutschen habe letzte Woche mehr geheizt als im Vergleich in den Jahren zuvor. Möglicherweise lag es an niedrigen Temperaturen.
Die Deutschen habe letzte Woche mehr geheizt als im Vergleich in den Jahren zuvor. Möglicherweise lag es an niedrigen Temperaturen.  © Fabian Sommer/dpa

Die Bundesnetzagentur muss dann entscheiden, wer noch Gas bekommt und wer nicht.

Besonders geschützt sind Haushaltskunden, Kindergärten, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Altenheime und Arztpraxen, Polizei und Feuerwehr, die Bundeswehr, die Strom- und Wasserversorger, die Müllabfuhr, aber auch viele kleine und mittlere Unternehmen in den Bereichen Gewerbe, Handel und Dienstleistungen.

Die übrigen 60 Prozent des Gasverbrauchs in Deutschland entfallen auf große Industriekunden. Ihr Verbrauch lag im August 22 Prozent unter dem Mittelwert der Jahre 2018-2021. In der vergangenen Woche (Kalenderwoche 38) lag der Verbrauch sogar 30 Prozent unter dem Durchschnittswert.

Die Bundesnetzagentur will ab sofort wöchentlich Zahlen zum Gasverbrauch von Haushalten und Industrie in Deutschland veröffentlichen.

Titelfoto: Montage: Rolf Vennenbernd/dpa / Fabian Sommer/dpa

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