Anstieg um mehr als 500 Prozent: Jetzt klettern auch noch die Strom- und Gas-Preise in die Höhe!

München - Es ist ein Zahlenwert, der den Bundesbürgern Sorgenfalten auf die Stirn treiben wird: 517 Prozent. So stark ist der Preis für die Megawattstunde an der Strombörse innerhalb von zwölf Monaten angestiegen. Aktuell (Stand: 14. März) kostet eine MWh 284 Euro - im März 2021 waren es nur 46 Euro.

Jede Umdrehung wird noch teurer: Im Durchschnitt steigen die Stromkosten pro Haushalt um 34,7 Prozent an. (Symbolbild)
Jede Umdrehung wird noch teurer: Im Durchschnitt steigen die Stromkosten pro Haushalt um 34,7 Prozent an. (Symbolbild)  © 123rf/vchalup

Und diese Kosten werden am Ende zwangsläufig vom Verbraucher mitgetragen, wie ein Internet-Vergleichsportal errechnet hat.

"Die hohen Energiepreise werden erst mit etwas Verzögerung vollumfänglich bei privaten Strom- und Gaskunden ankommen", so Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24.

"Denn wenn die bereits vor der Krise beschafften Energiemengen der Energieversorger verbraucht sind, werden sie noch mehr zu den aktuell teuren Börsenpreisen einkaufen müssen. Dann werden sich auch die Preise für ihre Kunden weiter erhöhen."

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Müssen wir jetzt alle jeden Monat das Fünffache an unseren Stromanbieter überweisen? Das wäre wohl für viele ein finanziell herber Schlag. Doch keine Sorge, es gibt einige potenzielle Fangnetze, die hier gegensteuern.

"Die vorzeitige Abschaffung der EEG-Umlage bringt rund 5,1 Milliarden Euro Entlastung für private Haushalte", heißt es in einer Pressemeldung des Vergleichsportals. Die Ampel-Koalition reagiert damit auf die massiv gestiegenen Energiepreise.

Unsicherheit und Corona-Lockerungen: Auch die Gaspreise steigen weiter

Zusätzlich zu den Kostenexplosionen in anderen Bereichen werden auch im Bereich Strom und Gas die Preise weiter steigen. (Symbolbild)
Zusätzlich zu den Kostenexplosionen in anderen Bereichen werden auch im Bereich Strom und Gas die Preise weiter steigen. (Symbolbild)  © 123rf/ginasanders

Das allein reicht zwar nicht aus, um die Mehrbelastungen zu egalisieren, reduziere jedoch erheblich den drohenden Kostenanstieg. Daher werden weitere Maßnahmen diskutiert.

Check24 hat ebenfalls eigene Berechnungen angestellt. Eine Senkung der Stromsteuer von 2,05 auf einen Cent würde demnach eine Entlastung von beinahe 1,6 Milliarden Euro bringen. "Die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf sieben Prozent brächte rund 5,8 Mrd. Euro", heißt es in der Meldung.

Aktuell hätten die Grundversorger in insgesamt 1075 Fällen die Preise entweder bereits erhöht oder entsprechende Erhöhungen angekündigt. "Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 34,7 Prozent und betreffen rund 5,7 Millionen Haushalte", schreibt das Unternehmen.

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"Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 568 Euro pro Jahr." Das würde bedeuten, dass man damit jeden Monat im Schnitt 47,34 Euro mehr zu zahlen hätte.

Auch die ohnehin bereits hohen Gaspreise steigen derzeit empfindlich an: "Aufgrund des Krieges in der Ukraine werden an der europäischen Gasbörse derzeit 128 Euro pro MWh fällig (Stand: 14. März). Vor Kriegsbeginn waren es noch 73 Euro/MWh – ein Plus von 75 Prozent", schreibt das Vergleichsportal unter Berufung auf den European Gas Spot Index.

Ob und wie die Politik in dieser dynamischen Zeit auf die Gasimport-Unsicherheit, die erhöhte Nachfrage nach den Corona-Lockerungen und den geringer gefüllten Gasspeichern in Europa reagieren wird - und welchen Erfolg das bringt - bleibt vorerst noch abzuwarten.

Titelfoto: 123rf/ginasanders

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