Commerzbank baut weitere 3000 Stellen ab

Von Jörn Bender, Steffen Weyer

Frankfurt am Main - Die von der Unicredit bedrängte Commerzbank will durch einen weiteren Stellenabbau und ehrgeizigere Gewinnziele Investoren von ihrer eigenständigen Zukunft überzeugen. Bis 2030 sollen zusätzlich zu den bereits angekündigten Einsparungen konzernweit etwa 3000 weitere Vollzeitstellen komplett gestrichen werden.

Die Commerzbank will viele Stellen streichen. (Symbolbild)  © Michael Brandt/dpa

Das teilte der Dax-Konzern in Frankfurt am Main mit. "In Wachstums- und Zukunftsfeldern" sollen hingegen Stellen aufgebaut werden. Ende 2025 hatte die Commerzbank 39.867 Vollzeitkräfte.

Erst im Februar 2025 hatte die Commerzbank den Abbau von 3900 Vollzeitstellen bis Ende 2027 bekannt gegeben, den Großteil in Deutschland.

Damals hatte die Bank angekündigt, parallel dazu vor allem im Ausland neue Stellen zu schaffen, zum Beispiel bei der polnischen Tochter mBank sowie an den entsprechenden Standorten in Asien.

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Im ersten Quartal dieses Jahres schnitt die Commerzbank besser ab als ein Jahr zuvor.

Mit rund 1,36 Milliarden operativem Ergebnis und einem Überschuss von 913 Millionen Euro übertraf das Frankfurter Geldhaus das Vorjahresquartal jeweils etwa um etwa zehn Prozent und übertraf auch die Erwartungen von Analysten.

Im Gesamtjahr 2025 hatte die Commerzbank trotz hoher Kosten für den laufenden Stellenabbau mit gut 2,6 Milliarden Euro unter dem Strich ihren Rekordgewinn von 2024 mit seinerzeit knapp 2,7 Milliarden Euro nur knapp verfehlt.

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Unicredit-Chef Andrea Orcel richtet kritische Worte an Commerzbank

Unicredit-Chef Andrea Orcel (62) übt Kritik.  © Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Für das Jahr 2026 erwartet die Commerzbank im Rahmen ihrer überarbeiteten Strategie mehr Gewinn als bisher: Sie plant einen Überschuss von mindestens 3,4 Milliarden Euro, das sind 200 Millionen Euro mehr als bislang noch angepeilt.

Bis 2028 soll das Ergebnis stärker als zuvor geplant auf 4,6 Milliarden steigen, 2030 sollen dann sogar stolze 5,9 Milliarden Euro unter dem Strich stehen.

Unicredit-Chef Andrea Orcel (62) kritisierte jüngst öffentlich eine aus seiner Sicht seit Jahren "unterdurchschnittliche operative Leistung" der Commerzbank. Ohne Neuausrichtung sei mittelfristig das Überleben des Instituts gefährdet.

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Die Unicredit verbuchte im ersten Vierteljahr 2026 mit 3,2 Milliarden Euro den höchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte. 

Die Unicredit, die nach jüngsten Angaben knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile kontrolliert und sich in den nächsten Wochen per Tauschangebot weitere sichern will, hatte für den Fall einer Übernahme ein Umbauprogramm veröffentlicht.

Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank wehren sich seit Monaten gegen das aus ihrer Sicht "feindliche" Taktieren Orcels. Auch die Bundesregierung lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit entsprechend deutlich ab. Der Bund, der das Frankfurter Institut in der Finanzkrise 2008/2009 mit Steuermilliarden vor einem Kollaps bewahrt hatte, hält noch gut zwölf Prozent der Anteile an dem Dax-Konzern.

Erstmeldung: 7.26 Uhr, zuletzt aktualisiert: 7.44 Uhr

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