Firmen-Chefin will Feiertag streichen: "Wir müssen dieses Land und seinen Sozialstaat retten"

Von Marco Krefting

Stuttgart - Um Industriearbeitsplätze in Deutschland halten zu können, schlägt die Chefin des Lasertechnik-Spezialisten Trumpf die Streichung des Ostermontags als Feiertag vor.

Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller (65). (Archivfoto)
Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller (65). (Archivfoto)  © Marijan Murat/dpa

"Wir haben die meisten Feiertage und im Durchschnitt die meisten Krankheitstage", sagte Nicola Leibinger-Kammüller (65) den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung".

"Wir müssen uns wieder kollektiv anstrengen, weil sich der Erdball weitergedreht hat, wenn wir auf die Arbeitszeiten in Amerika, China oder Polen blicken."

Die Debatte um weniger Feiertage keimt immer wieder auf. Aus Sicht einiger Ökonomen könnte eine Streichung zum Beispiel helfen, die beschlossenen Milliarden-Schulden für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz zu finanzieren.

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Auch der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian (68), hatte schon vorgeschlagen, einen oder mehrere Feiertage abzuschaffen, um die Wirtschaftsleistung zu erhöhen.

Auch DIHK-Präsident Peter Adrian (68) würde der Abschaffung einer Feiertage etwas Positives abgewinnen können. (Archivfoto)
Auch DIHK-Präsident Peter Adrian (68) würde der Abschaffung einer Feiertage etwas Positives abgewinnen können. (Archivfoto)  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Land und Sozialstaat müssten gerettet werden, so die Trumpf-Chefin

Ostermontag abschaffen? Für Nicola Leibinger-Kammüller eine klare Sache.
Ostermontag abschaffen? Für Nicola Leibinger-Kammüller eine klare Sache.  © 123rf/naturetron

Dass Leibinger-Kammüller ausgerechnet den Ostermontag streichen würde, begründete die Christin den Zeitungen zufolge damit, dass kaum jemand noch an einer Ostermontag-Prozession teilnehme.

Dafür sei der Tag jedoch einmal gedacht gewesen. Sie sei überzeugt, für mehr Arbeitszeit ließe sich eine Lösung finden, "ohne dass Beschäftigte danach ins Sanatorium müssen".

Die Chefin des schwäbischen Maschinenbauers mit Sitz in Ditzingen bei Stuttgart warb für eine enge Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften: "Wir brauchen eine neue konzertierte Aktion - wie früher, als sich Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik an einen Tisch gesetzt haben", sagte Leibinger-Kammüller.

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"Wir müssen dieses Land und seinen Sozialstaat retten, aber richtig." Über Arbeitszeitmodelle, Flexibilität und längere Lebensarbeitszeit müsse geredet werden, sonst drohe Produktion aus Deutschland abzuwandern.

Titelfoto: Montage: Marijan Murat/dpa, 123RF/naturetron

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