Warum die SAP-Aktie zweistellig einbricht

Von Marco Engemann, Julian Weber

Walldorf - Der Softwareriese SAP wächst deutlich zweistellig und verdient Milliarden. Trotzdem rauscht die Aktie ab. Was hinter dem Einbruch steckt.

Die SAP-Aktie ist kräftig abgesackt. Vorstandschef Christian Klein äußerte sich.
Die SAP-Aktie ist kräftig abgesackt. Vorstandschef Christian Klein äußerte sich.  © Uwe Anspach/dpa

Das Unternehmen aus Walldorf in Baden-Württemberg konnte seine Zahlen zwar verbessern und hat ehrgeizige Ziele für 2026. Dennoch sorgen die Auftragszahlen im wichtigen Cloudgeschäft dafür, dass die Aktie zwischenzeitlich um rund 16 Prozent auf 165 Euro fiel – und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Einen größeren Tagesverlust gab es im Herbst 2020, als SAP wegen eines Strategieschwenks hin zur Cloud die Geschäftsziele drastisch zusammenstrich. Der aktuelle Kursrutsch belastete auch den deutschen Leitindex Dax.

"Ich mache diesen Job jetzt seit sechs Jahren. Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt", sagte Vorstandschef Christian Klein bei der Bilanzvorlage in Walldorf. Der aktuelle Aktienkurs sei nicht schön. Aber er sei sich sicher, dass SAP "einzigartig positioniert" sei, um das Rennen bei Künstlicher Intelligenz (KI) im Geschäftsbereich zu gewinnen.

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Nun sei es wichtig, sich voll und ganz auf die Umsetzung der eigenen Strategie zu konzentrieren - unabhängig vom Kapitalmarkt. "Dann werden wir auch wieder andere Zeiten erleben."

Cloudgeschäft sorgt für Sorgenfalten

Der Software-Konzern mit Sitz in Walldorf erlitt einen Kursrutsch.
Der Software-Konzern mit Sitz in Walldorf erlitt einen Kursrutsch.  © Uwe Anspach/dpa

Der Grund für den Kursrutsch liegt vor allem im Cloudgeschäft. Die aktuelle Generation von SAP-Software wird nämlich in Rechenzentren betrieben. Die Kunden nutzen diese dann über das Internet.

An die Stelle der einmaligen Lizenzverkäufe treten also regelmäßige Abogebühren.

Das ist ein Wachstumstreiber. Im vergangenen Jahr wuchs der Auftragsbestand in der Cloud auf Sicht von zwölf Monaten (sogenannter Current Cloud Backlog) um währungsbereinigt 25 Prozent.

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Das Wachstum war also hoch - fiel allerdings etwas niedriger aus als erwartet. Klein hatte im Dezember gesagt, dass so ein Wert eine Enttäuschung wäre. Ziel waren demnach mindestens 26 Prozent.

Titelfoto: Bildmontage: Uwe Anspach/dpa

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