Mehr als 40 Konten! Deutsche Bank räumt Fehler im Umgang mit Epstein ein
Von Jörn Bender
Frankfurt am Main - Der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) soll mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank geführt haben. Nun hat Deutschlands größtes Geldhaus auf die neuen Enthüllungen entsprechend reagiert.
Die Geschäftsbeziehung zu Epstein wurde von den Verantwortlichen erneut als ein Fehler bezeichnet.
"Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben", teilte ein Sprecher des Geldhauses in Frankfurt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.
Epstein war nach Angaben der Deutschen Bank im August 2013 Kunde des Instituts geworden, im Dezember 2018 leitete die Bank dann den "Prozess der Beendigung" der Kundenbeziehung ein.
Der US-Multimillionär hatte über Jahre aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen.
Er starb 2019 mit 66 Jahren in Haft, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können.
Jeffrey Epstein hatte mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank
In den vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten finden sich Berichten mehrerer Medien zufolge Hinweise darauf, dass Epstein zwischenzeitlich insgesamt mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank führte und einen Großteil seines Vermögens dort verwahrte.
Die "Bild"-Zeitung zitierte am Samstag den Vizepräsidenten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), den Frankfurter Rechtsanwalt Klaus Nieding, mit der Forderung an die Deutsche Bank, alle Finanzunterlagen zur Geschäftsverbindung mit Epstein offenzulegen.
"Die Vorlage dieser Unterlagen und eine eindeutige und schonungslose Offenlegung der seinerzeitigen Geschäftsverbindung ist auch eindeutig vor der Präsenz-Hauptversammlung der Bank am 28. Mai 2026 erforderlich, um einen Reputationsschaden durch die Gerüchteküche zu vermeiden", sagte er.
Die Deutsche Bank betonte auf Anfrage, unmittelbar nach Epsteins Verhaftung im Juli 2019 habe das Institut die zuständigen Behörden kontaktiert und ihre volle Unterstützung bei Ermittlungen angeboten. "Die Deutsche Bank hat das Thema in Absprache mit den Aufsichtsbehörden aufgearbeitet und ist die Probleme systematisch angegangen."
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing spricht von gelernter Lektion
Seither habe die Bank "substanziell in Schulungen, Kontrollen und in die Verbesserung ihrer operativen Prozesse investiert und ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität erheblich verstärkt". Der Deutsche-Bank-Sprecher bekräftigte: "Wir bedauern unsere damalige Geschäftsbeziehung zu Epstein zutiefst. Die Deutsche Bank hat aus diesem Fehler gelernt."
Ähnlich hatte sich im Juli des Jahres 2020 der seit April 2018 amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in einem entsprechenden CNBC-Interview bereits geäußert: Die Bank habe "ihre Lektion gelernt" und es seien darüber hinaus "natürlich auch personelle Konsequenzen gezogen worden", sagte der 55-Jährige in dem Interview des US-TV-Senders.
Titelfoto: Montage: Boris Roessler/dpa, ---/AP/dpa

