Großkunde springt ab: Varta schließt Standort in Nördlingen

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Von Anika von Greve-Dierfeld

Ellwangen/Nördlingen - Der Batteriehersteller Varta schließt zum Herbst seine Fabrik im bayrischen Nördlingen. Ein großer Kunde, der für fast 100-prozentige Auslastung des Standortes gesorgt habe, kaufe künftig keine Knopfbatterien von Varta mehr, sagte ein Unternehmenssprecher.

Bei Varta in Nördlingen werden alle 350 Jobs gestrichen. Man bemühe sich um "sozialverträgliche Lösungen".
Bei Varta in Nördlingen werden alle 350 Jobs gestrichen. Man bemühe sich um "sozialverträgliche Lösungen".  © Marijan Murat/dpa

Damit sei dem Werk die Existenzgrundlage entzogen. Rund 350 Menschen verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Die Entscheidung zur Schließung sei Beschäftigten und Betriebsrat am Morgen mitgeteilt worden.

Man bemühe sich nun um "sozialverträgliche Lösungen" und auch darum, einzelne Mitarbeiter an anderen Standorten zu übernehmen.

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Die Gespräche seien aber noch ganz am Anfang. Man habe zwar in den vergangenen Monaten neue Kunden gewinnen können.

"Doch damit lässt sich die Produktion in Nördlingen nicht ansatzweise auslasten", sagte Unternehmenschef Michael Ostermann der "Wirtschaftswoche".

Laut Medien-Recherche: Qualität besser, Preis zu hoch

Laut Medienbericht handelt es sich bei dem abgesprungenen Großkunden um den iPhone-Hersteller "Apple".
Laut Medienbericht handelt es sich bei dem abgesprungenen Großkunden um den iPhone-Hersteller "Apple".  © Michael Kappeler/dpa

Dem Vernehmen nach will der Großkunde, der sich nun zurückzieht, seine Batterien der neuen Generation künftig aus China beziehen.

Dass es sich bei dem Kunden laut "FAZ" und der "Augsburger Allgemeinen" um Apple handelt, wollte der Varta-Sprecher nicht kommentieren.

Laut "FAZ", die sich auf das Umfeld von Varta bezieht, sei der Preis für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen, "in der Qualität sei das schwäbische Unternehmen auf Augenhöhe und besser gewesen".

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Varta mit Sitz im schwäbischen Ellwangen war zuletzt in schwieriges Fahrwasser geraten. Um die Pleite zu verhindern, hatte das Unternehmen im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes angemeldet.

Dieses soll kriselnden Unternehmen ein Insolvenzverfahren ersparen. In diesem Zuge wurden auch die Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Die monatelange Neuaufstellung des Batterieherstellers sei abgeschlossen, hatte Varta Anfang April vergangenen Jahres mitgeteilt.

2024 schrieb Varta erneut rote Zahlen. Allerdings fiel der Verlust mit einem Minus von 64,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer aus.

Titelfoto: Montage: Michael Kappeler/dpa + Marijan Murat/dpa

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