US-Behörden werfen Nike Diskriminierung von Weißen vor

Von Andrej Sokolow

St. Louis (Missouri, USA) - Eine US-Behörde nimmt den Sportartikelhersteller Nike wegen des Vorwurfs ins Visier, Initiativen für Diversität (Vielfalt) diskriminierten weiße Mitarbeiter.

Das 1964 gegründete Unternehmen sorgt schon seit längerer Zeit für Schlagzeilen - und das durchaus nicht im positiven Sinne. (Symbolfoto)  © Michael Kappeler/dpa

Die bereits im Mai 2024 begonnene Untersuchung wurde erst jetzt durch Gerichtsunterlagen bekannt. Nike weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich vor Gericht gegen eine Auskunftsanordnung der Behörde. Die Ermittlungen führt die Behörde Equal Employment Opportunity Commission (EEOC), die sich um Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt kümmern soll.

Sie wurde in den 1960er-Jahren auf Basis des Civil Rights Acts von 1964 gegründet, mit dem getrennte Bereiche für Weiße und Schwarze illegal wurden, zum Beispiel in Restaurants, Hotels und Schwimmbädern.

Das Lager von US-Präsident Donald Trump (79) in der Republikanischen Partei hat Diversitätsprogrammen zugunsten von Minderheiten den Krieg erklärt - mit dem Argument, sie kämen einer Diskriminierung anderer Bevölkerungsgruppen gleich.

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In der Telekommunikationsbranche setzte die US-Regierung durch, dass Unternehmen wie die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile und der Konkurrent Verizon ihre Diversitätsinitiativen aufgeben mussten. Erst danach wurde ihnen die Übernahme anderer Firmen genehmigt. Auf Social Media herrscht derzeit ein gewaltiger Schlagabtausch.

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Die Untersuchung gegen Nike begann schon vor der zweiten Amtszeit von Donald Trump

Auch Donald Trump (79) und einige Republikaner äußerten sich zu dem Nike-Skandal kritisch. (Archivfoto)  © Evan Vucci/AP/dpa

Die Untersuchung gegen Nike begann schon vor der zweiten Amtszeit von Donald Trump, die seit Januar 2025 läuft. Noch unter seinem Vorgänger Joe Biden (83) preschte die republikanische EEOC-Kommissarin Andrea Lucas mit Vorwürfen gegen Nike vor.

Sie prangerte dabei als mögliche Diskriminierung Weißer unter anderem Coaching-Programme für Mitarbeiter aus unterrepräsentierten Gruppen und Quotenziele für den Anteil von Minderheiten an der Belegschaft an.

Sie gab an, qualifizierte Weiße seien bei Anstellung und Beförderung übergangen worden - und forderte bei Nike ausführliche Informationen an.

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Nach Trumps Amtsantritt bekamen Vertreter der Republikaner die Mehrheit in der dreiköpfigen Kommission und Lucas wurde die Vorsitzende. Nachdem Nike aus Sicht der EEOC nicht ausreichend detaillierte Antworten auf die Anfragen gegeben hatte, folgte im vergangenen Herbst eine Auskunftsanordnung.

Nike wehrt sich dagegen. Vor Gericht geht es zurzeit lediglich darum, ob die Aufforderung rechtens war.

Für Nike ist der Einsatz gegen die Diskriminierung von Minderheiten seit Jahren ein wichtiges Thema. In den USA sind viele Spitzenathleten, die zu den zentralen Werbeträgern des Konzerns gehören, Schwarze. Nike setzte sich unter anderem das Ziel, den Anteil von Minderheiten an der US-Belegschaft auf 35 Prozent zu erhöhen.

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