Erstmals lebendig geboren: Forscher erschaffen Kreuzung aus Schwein und Affe!

Peking - In China wurden erstmals zwei Schweine-Primaten lebendig geboren. Künstlich befruchtete Säue warfen Ferkel, zwei von ihnen trugen Zellen von Cynomolgus-Affen in sich. Beide Ferkel starben innerhalb einer Woche, doch die Forscher des State Key Laboratory in Peking verfolgen ein ganz bestimmtes Ziel.

Zehn Ferkel kamen auf die Welt, zwei hatten Affenzellen in sich. (Symbolbild).
Zehn Ferkel kamen auf die Welt, zwei hatten Affenzellen in sich. (Symbolbild).  © Jens Büttner/ZB/dpa

Optisch sahen die beiden Ferkel wie gewöhnliche Schweine-Babys aus. Doch innerlich unterschied sie einiges von ihren acht Geschwistern, die im selben Wurf auf die Welt gekommen waren - sie enthielten Affenzellen.

"Dies ist der erste Bericht über Vollzeit-Schweineaffen-Chimären", so der Forscher Tang Hai.

Eine Sau warf zwei Primaten-Ferkel, nachdem man ihr mittels künstlicher Befruchtung genetisch verändertes Material injizierte. Bis zu 4000 Emryonen wurden zunächst in einige Säue implementiert. Und es gelang zunächst: Zehn Ferkel erblickten das Licht der Welt, zwei von ihnen waren Schimären.

Unter anderem bestand Gewebe von Herz, Leber, Milz und Lunge sowie Haut zum Teil zu äußerst geringem Maße aus Affenzellen. Letztlich verstarben jedoch nicht nur die beiden Primaten-Ferkel, sondern auch alle acht anderen Ferkel.

Das machte den Forschern wiederum Hoffnung. Hai erläuterte, dass der Tod der Ferkel wohl nicht damit zusammenhängen würde, dass sie Affenzellen in ihrem Körper hatten, sondern viel eher darin, dass die Überlebensraten bei künstlichen Zeugungen aus dem Reagenzglas bei Schweinen sehr häufig zum Tod der Neugeborenen führen würde.

Man will in Zukunft versuchen, gesunde Tiere mit einem höheren Anteil an Affenzellen zu erschaffen, die auch überlebensfähig sind, so der Forscher weiter.

Kreuzung als Schlüssel in der Organ-Frage?

Sollte dies funktionieren, ist es der Plan des Forschungsteams, irgendwann Tiere zu züchten, die voll und ganz mit menschlichen Organen versehen sind, um so mögliche Spenderorgane parat zu haben.

Doch der Stammzellenbiologe Paul Knoepfler von der University of California in Davis glaubt hingegen nicht unbedingt daran, dass dieser Wunsch bald in Erfüllung gehen wird. "Angesichts der extrem geringen chimären Effizienz und des Todes aller Tiere halte ich dies für ziemlich entmutigend", so der Forscher in der "newscientist".

Transplantationsfähige Organe durch die Erzeugung von tierisch-menschlichen Chimären hält er für ein nicht realisierbares Vorhaben, wenngleich er den Ansatz dennoch als sinnvoll erachtet.

In China wird häufiger mit Affen experimentiert. Hier zwei geklonte Affen. Sie wurden mit der Dolly-Methode dupliziert.
In China wird häufiger mit Affen experimentiert. Hier zwei geklonte Affen. Sie wurden mit der Dolly-Methode dupliziert.  © XinHua/dpa

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