Idee geklaut? Museums-Posse um eine Werbe-Anzeige

Zittau/Kamenz - Da musste Peter Knüvener (42), Direktor der Städtischen Museen Zittau, zweimal hinschauen: Beim Durchblättern einer Zeitschrift für sächsische Geschichte entdeckte er eine Werbeanzeige seiner Kamenzer Kollegen. Nur sah die genauso aus wie eine Anzeige von ihm und seinem Team aus dem vergangenen Jahr.

Peter Knüvener (42), Direktor der Städtischen Museen Zittau, entdeckte das Plagiat seiner Kollegen.
Peter Knüvener (42), Direktor der Städtischen Museen Zittau, entdeckte das Plagiat seiner Kollegen.  © Thomas Türpe

"An derselben Stelle im Blatt, in denselben Farben, mit nahezu identischem Aufbau und ähnlicher Schriftart ist die Anzeige platziert", so Knüvener.

In beiden Werbeanzeigen geht es um ein Buch. "Wir haben unsere Anzeige Ende 2018 veröffentlicht und extra von einer Designerin entwerfen lassen. Scheinbar hat das Ergebnis gefallen. Wir wollen niemanden bloßstellen, aber etwas putzig ist die ganze Sache schon."

Auf Nachfrage bei den Städtischen Sammlungen Kamenz ist man überrascht. "Da wir mit den 'Sächsischen Heimatblättern' schon mehrfach zusammengearbeitet haben, wollten wir dort gern mit einer Anzeige auf unsere Neuerscheinung aufmerksam machen", sagt Leiterin Sylke Kaufmann (50). "Wir lösten daher bei der Redaktion einen Auftrag für eine Anzeige aus."

Text- und Bildmaterial habe man geliefert, das Layout sei in der Redaktion entstanden. "Sollte es hier eine Übernahme eines fremden Layouts gegeben haben, so entzieht sich dies unserer Verantwortung. Grundsätzlich ist es aber auch in unserem eigenen Interesse, solche Übernahmen auszuschließen."

Doppeltes Lottchen: Oben die Anzeige der Zittauer Museen, unten die der Kamenzer Kollegen: Die Ähnlichkeit ist verblüffend.
Doppeltes Lottchen: Oben die Anzeige der Zittauer Museen, unten die der Kamenzer Kollegen: Die Ähnlichkeit ist verblüffend.  © privat

Titelfoto: privat, Thomas Türpe

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