Räumungsklage für Göttinger "Horrorhaus"! Hunderte Bewohner sollen weg

Von Maurice Dirker

Göttingen - Ist das "Horrorhaus" bald passé? Hunderten Bewohnern des Wohnkomplexes in Göttingen (Niedersachsen) drohen Räumungsklagen.

Vielen Mieter im Göttinger "Horrorhaus" drohen jetzt Räumungsklagen.  © Swen Pförtner/dpa

Das teilte die Immobiliengesellschaft Sivius mit, der die meisten Wohnungen in dem verwahrlosten Gebäude in Bahnhofsnähe gehören. Ziel sei es unter anderem, ungeklärte Mietverhältnisse und erhebliche Zahlungsrückstände zu ordnen.

Betroffen von den Klageplänen sind laut Sivius rund 118 Wohnungen und schätzungsweise 300 Menschen. Ab kommender Woche sollen die ersten Klagen bei Gericht eingehen. 

Grund für das Vorgehen seien teilweise überbelegte Wohnungen sowie vor allem Zahlungsrückstände von monatlich rund 60.000 Euro. "Die Forderungen sind über die vergangenen Monate und teilweise über mehrere Jahre entstanden", teilte das Unternehmen mit.

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"Wir haben über Monate versucht, Lösungen zu ermöglichen und gerichtliche Verfahren zu vermeiden", betonte das Unternehmen in einer Mitteilung.

Die Klagen würden zudem keine direkte Räumung bedeuten. Darüber würden Gerichte im Einzelfall entscheiden.

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Zahlungsrückstände blockieren Sanierung vom Göttinger "Horrorhaus"

Die Wohnungen sind in katastrophalem Zustand.  © Bildmontage: dpa

Sivius kritisierte auch die Stadt Göttingen: So seien bei der Verwaltung noch zahlreiche Anträge zur Übernahme von Mietschulden offen.

Kurz vor Weihnachten war bekanntgeworden, dass Sivius die meisten Wohnungen in dem Gebäude an der Groner Landstraße 9 über eine Tochtergesellschaft übernommen hat.

Sivius-Geschäftsführer Taha Jacobi sagte damals, er wolle "die Immobilie sanieren und wieder zu einem attraktiven Wohnangebot entwickeln". Die Immobiliengesellschaft sagte jetzt, dass die Zahlungsrückstände die Sanierung des Gebäudes erschweren würden.

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Der 432-Wohnungen-Komplex sorgt wegen der Lebensumstände dort regelmäßig für Schlagzeilen.

Am Montag wurde zudem bekannt, dass zwischenzeitlich ein Stopp der Fernwärme-Versorgung des Gebäudes im Raum stand. Das "Göttinger Tageblatt" berichtete von ausstehenden Zahlungen an die Stadtwerke Göttingen. Die Wohnungseigentümergemeinschaft und der Versorger hätten sich aber einigen können. Die Stadtwerke und Sivius äußerten sich dazu bisher nicht. 

Im vergangenen Jahr hatte die defekte oder abgestellte Heizung immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Ob sie inzwischen wieder in Betrieb ist, ist unklar.

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