Von Bettina Grönewald
Düsseldorf - Die Sicherheitsbehörden haben keine konkreten Hinweise auf drohende Anschläge mit Drohnen an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen.
"Im Kontext aktueller geopolitischer Konflikte steht jedoch auch das Land Nordrhein-Westfalen im Fokus ausländischer Nachrichtendienste und hybrider Bedrohungen durch fremdstaatlich gelenkte Akteure", stellte NRW-Innenminister Herbert Reul (74, CDU) in einem Bericht an den Landtag fest.
Insbesondere mit Blick auf die hohe Dichte kritischer Infrastrukturen, militärischer Liegenschaften, Verkehrs- und Logistikknotenpunkte sowie bedeutender Industrieanlagen komme der missbräuchlichen Nutzung von Drohnen hier eine hohe sicherheitspolitische Bedeutung zu.
Reul kritisierte erneut unklare Zuständigkeiten der Bundes- und Landesbehörden und nannte sie "erfolgskritisch".
Das hätten auch Drohnensichtungen Mitte August im Bereich des Flughafens Köln/Bonn erwiesen. Dabei sei es aber nicht zu konkreten Gefährdungen gekommen.
Bundespolizei ist für die großen Flughäfen zuständig
In seinem Bericht an den Innenausschuss skizzierte er die breit verteilten Zuständigkeiten:
- An den großen Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn nimmt die Bundespolizei als Luftsicherheitsbehörde die Abwehr von Gefahren im Luftraum wahr.
- Im Bereich Köln/Bonn ist darüber hinaus die Bundeswehr aufgrund eines militärischen Teils des Flughafens für den Schutz der Liegenschaft verantwortlich.
- An den weiteren Flughäfen in NRW sind wiederum die Bezirksregierungen Düsseldorf und Münster als Luftsicherheitsbehörde zuständig.
- Außerhalb des Flughafengeländes obliegt der örtlich zuständigen Kreispolizeibehörde die Gefahrenabwehr.
- Die Deutsche Flugsicherung hat den sicheren Ablauf des Luftverkehrs zu gewährleisten.
- Die Flughafenbetreiber verfügen darüber hinaus über eigene Pflichten und Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Flughafengeländes.
Anfang August war eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Die FDP-Opposition im Düsseldorfer Landtag hatte daraufhin im Innenausschuss die Frage aufgeworfen: "Wie abwehrfähig ist Nordrhein-Westfalen?"