Von Oliver Auster
Willich/Düsseldorf - In NRW wird in einem weiteren Gefängnis wegen Korruption ermittelt. Bereits am 13. Juli gab es Durchsuchungen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich 1, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Krefeld der dpa bestätigte.
Ermittelt werde gegen zwei Vollzugsbeamte, unter anderem wegen des Verdachts des Drogenhandels und der Bestechlichkeit. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte berichtet.
Laut Staatsanwaltschaft werden die sichergestellten Beweismittel aktuell ausgewertet. Detailliertere Angaben machte die Behörde zunächst nicht.
Wie aus einem am frühen Mittwochabend vom Justizministerium an den Rechtsausschuss verschickten Bericht hervorgeht, bezog sich die Durchsuchung auf einen Beschuldigten, dessen Spind und Wohnung gefilzt wurden. Vorher habe es Hinweise der Anstaltsleiterin auf den Bediensteten gegeben, der angeblich Drogen an Gefangene verkaufe.
Im Spind wurde laut dem Bericht des Ministeriums nichts gefunden. Das Ergebnis der Wohnungsdurchsuchung stehe noch aus.
Die JVA-Leiterin habe den Verdächtigen suspendiert. Wieso die Staatsanwaltschaft von zwei Beschuldigten spricht, geht aus dem Bericht an die Abgeordneten nicht hervor.
Der Fall in Willich sorgte am Mittwoch für Kritik der Opposition, weil er dem Parlament bis zur Berichterstattung im "Kölner Stadt-Anzeiger" nicht bekannt war. Und das, obwohl Korruptionsvorwürfe in den Gefängnissen von Euskirchen und Rheinbach den Landtag seit Wochen beschäftigen.