Nach CSD-Anschlag: NRW zieht erste Konsequenzen
Von Dorothea Hülsmeier, Florian Fischer
Düsseldorf - Als Konsequenz aus dem islamistisch motivierten Terroranschlag in Berlin nehmen die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen Gefährder stärker ins Visier.
"Unsere Gefährder, die gucken wir uns jetzt ganz genau an, die nehmen wir uns vor", sagte Innenminister Herbert Reul (73, CDU) in Düsseldorf.
Zugleich seien die Sicherheitsmaßnahmen für große Veranstaltungen im bevölkerungsreichsten Bundesland verschärft worden. Schon am Sonntag seien alle Kreispolizeibehörden im Land per Erlass sensibilisiert worden, noch mehr Präsenz zu zeigen, Schutzmaßnahmen zu prüfen und wo nötig nachzusteuern.
Gerade bei Volksfesten, Konzerten und anderen großen Veranstaltungen wie den anstehenden Umzügen zum Christopher Street Day (CSD) zeige die Polizei noch stärker Gesicht.
Zugleich prüfen die Sicherheitsbehörden, ob Maßnahmen gegen islamistische Gefährder in NRW nachgeschärft werden müssen.
Die Staatsschutzdienststellen seien angehalten, sich die als Gefährder eingestuften Personen noch genauer anzuschauen und zu prüfen, ob weitere Maßnahmen notwendig seien, so Reul. Dazu werde es auch mehrere Sondersitzungen des Gemeinsamen Terrorabwehrzentrums geben.
165 islamistische Gefährder in NRW
In NRW gibt es nach neuen Angaben des Ministers aktuell 165 islamistische Gefährder, von denen 73 als "aktionsfähig" gelten. 117 Gefährder hätten die deutsche oder zum Teil auch eine doppelte Staatsbürgerschaft.
Hinzu kommen noch 197 sogenannte relevante Personen - dabei kann es sich um Kontaktpersonen von Gefährdern handeln oder um Unterstützer.
Titelfoto: Federico Gambarini/dpa
