Historischer Tiefstand im Rhein: NRW-Politiker fordert Taskforce

Von Petra Albers

Köln - Der Wasserstand des Rheins ist in Nordrhein-Westfalen teils auf ein Rekordtief gesunken. Die Pegelstände in Duisburg-Ruhrort und Düsseldorf waren am Sonntag so niedrig wie noch nie, in Köln hatte der Pegelstand schon am Samstag ein historisches Tief erreicht. 

Der Rhein in Nordrhein-Westfalen hat einen historischen Tiefstand erreicht.  © Roberto Pfeil/dpa

Angesichts des dramatischen Niedrigwassers forderte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (57, Grüne) den Bund auf, das Geld für den weiteren Ausbau der Fahrrinne zwischen Duisburg und Köln bereitzustellen. 

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung könne den baureifen zweiten Abschnitt zwischen Krefeld und Düsseldorf nicht umsetzen, weil die Bundesregierung 2025 die Mittel dafür gestrichen habe, sagte Krischer der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir erwarten, dass der Bund die Mittel kurzfristig zur Verfügung stellt, damit gebaut und weiter geplant werden kann."

Nordrhein-Westfalen Lkw-Fahrer aufgepasst: Neue Hightech-Anlage auf der A4 in Betrieb genommen

Der Ausbau der Fahrrinne soll dazu beitragen, dass Schiffe bei niedrigem Wasserstand mit größerer Ladung fahren können, ohne auf Grund zu laufen. Nach Angaben des Ministeriums sollen dafür unter anderem große Steine entfernt werden, die in die Fahrrinne ragen.

Auf dem ersten Abschnitt zwischen Duisburg und Krefeld sei dies bereits geschehen, die Maßnahmen für den dritten Abschnitt zwischen Düsseldorf und Köln seien noch in Planung.

Anzeige

Niedrigwasser soll Thema bei Verkehrsministerkonferenz werden

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (57, Grüne) möchte Geld vom Bund für den Ausbau der Fahrrinne.  © Christoph Reichwein/dpa

Krischer will die Niedrigwasser-Situation an den großen Flüssen zum Thema bei der für Donnerstag geplanten Verkehrsministerkonferenz machen. "Wir brauchen kurzfristig eine nationale Taskforce für Maßnahmen, um die Transportlage zu verbessern", forderte er.

Am Pegel Duisburg-Ruhrort wurde am Sonntagmittag ein Stand von 149 Zentimetern gemessen, wie aus den Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht.

Das sind vier Zentimeter weniger als der bisherige jemals gemessene Tiefstand vom 23. Oktober 2018. Auch in Düsseldorf sank der Pegelstand auf ein neues historisches Tief von 21 Zentimetern - zwei Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstwert.

Nordrhein-Westfalen RKI teilt Horror-Zahlen: Bis jetzt bereits fast 2300 Hitzetote in NRW

In Köln war der Pegel schon am Samstag mit 67 Zentimetern so niedrig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen, am Sonntag lag er bei 69 Zentimetern. 

Die Pegelstände der einzelnen Messstationen am Rhein sind nicht direkt miteinander vergleichbar, da es keinen einheitlichen Nullpunkt für alle Pegel gibt.

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: