Kein Ende in Sicht? Abbau alter Telefonzellen stockt

Von Wolf-Dietrich von Dewitz und Alina Eultgem

Bonn - 160.000 Telefonzellen gab es einst in Deutschland. 2023 schaltete die Telekom die letzten 12.000 ab, viele stehen noch immer.

Alte Telefonzellen stehen auch drei Jahre nach ihrer Abschaltung noch in vielen Städten.  © Bernd Weißbrod/dpa

Ende Januar 2023 deaktivierte die Telekom bundesweit ihre letzten 12.000 öffentlichen Telefone, weil die Nachfrage verschwindend gering war.

2022 machte fast jedes dritte öffentliche Telefon keinen Umsatz mehr, im Durchschnitt lag der Umsatz bei wenigen Euro im Monat. "Das stand in keinem Verhältnis zu den Unterhaltskosten", so ein Sprecher.

Spätestens Ende 2025 sollten alle Standorte verschwunden sein. Nun räumt die Telekom ein, dass der Abbau länger dauert als geplant.

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"Der Rückbau ist sehr aufwendig und dauert länger, als wir gehofft hatten", heißt es. Mehrere Gewerke seien beteiligt, unter anderem Energieversorger. Tiefbauarbeiten und Genehmigungen seien erforderlich.

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Kommunalvertreter äußern Frust. In Bochum sind noch 23 alte Telefonstandorte, in Tübingen 13. Dort heißt es, das versaue das Stadtbild. Eine Sondernutzungsgebühr sei in Planung.

Wie viele kaputte öffentliche Telefone es noch gibt, beantwortet die Telekom nicht konkret. In gut 70 Prozent der 1800 Städte und Dörfer sei der Abbau abgeschlossen, in knapp 30 Prozent noch nicht. Ein neues Zieldatum nennt die Telekom nicht.

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