Keinen Bock mehr auf Fußball? Herbert Reul will Polizei bei Bundesligaspielen abziehen
Von Oliver Auster
Düsseldorf - Innenminister Herbert Reul (73, CDU) hat keine Lust mehr darauf, dass die Polizei für Bundesligaspiele derart in Beschlag genommen wird.
"Allein in der vorletzten Saison hat das für über 700.000 Stunden gesorgt, die Sie im Einsatz waren", schreibt Reul in seinem "Ministerblog" im Intranet der Polizei.
Allerdings sieht er einen Schritt in die für ihn richtige Richtung. "Hier tut sich jetzt endlich was!"
Reul bezieht sich in seinem Blogbeitrag auf aktuelle Gespräche mit Leitern der Polizeibehörden vor Ort.
"Ein Thema, das fast immer genannt wurde, ist die Arbeitsbelastung im Zusammenhang mit Fußballspielen. Rund 10 Millionen friedliche Menschen schauen die Spiele quer durch die drei Profi-Ligen im Schnitt pro Saison. Sie alle leiden darunter, was die rund 5000 gewaltbereiten Menschen rund um die Spiele veranstalten."
"Ab der kommenden Saison 2026/2027 wird es eine 'Zentrale Aufsichts- und Überprüfungsstelle Stadionverbote' beim DFB geben, die dafür zu sorgen hat, härtere und bundesweit einheitliche Stadionverbote durchzusetzen. Denn: Wer im Stadion zündelt oder zuschlägt, hat dort nichts verloren. Es kann schlichtweg nicht sein, dass Sie sich jedes Wochenende mit den immer gleichen Krawallmachern herumschlagen müssen."
Vereine sollen gegen Pyro-Zündler vorgehen
Auch das Thema Pyrotechnik habe man sich "nochmals angeschaut und die Vereine verpflichtet, nachhaltig gegen die Störer vorzugehen", so Reul.
Konkrete Präventionsmaßnahmen sollen demnach bis zur Herbstkonferenz der Innenminister vorgelegt werden.
Titelfoto: Henning Kaiser/dpa
