Knastkorruption in NRW: Taschenkontrollen in Gefängnissen verzögern sich weiter

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Von Oliver Auster

Düsseldorf - Dreieinhalb Monate nach der Ankündigung durch Justizminister Benjamin Limbach (57, Grüne) gibt es noch immer keine Taschenkontrollen bei Gefängnis-Bediensteten in Nordrhein-Westfalen. Das Ministerium verhandelt noch mit dem Hauptpersonalrat, der dem Plan zustimmen muss. 

NRW-Justizminister Benjamin Limbach (57, Grüne) hatte vor über drei Monaten angekündigt, Taschenkontrollen bei JVA-Mitarbeitern einführen zu wollen.
NRW-Justizminister Benjamin Limbach (57, Grüne) hatte vor über drei Monaten angekündigt, Taschenkontrollen bei JVA-Mitarbeitern einführen zu wollen.  © Oliver Berg/dpa

"Der Mitbestimmungsprozess zu den Taschenkontrollen im Vollzug dauert an", hieß es dazu aus dem Justizministerium.

Der Vorgang ist inzwischen bei einer Einigungsstelle gelandet, die nach dpa-Informationen zuletzt am vergangenen Dienstag tagte - wenige Stunden nach der Festnahme eines mutmaßlich korrupten Bediensteten der JVA Essen, der Gegenstände in das Gefängnis geschmuggelt haben soll.

Limbach hatte Mitte Juli Taschenkontrollen bei den Gefängnis-Bediensteten angekündigt, nachdem es erste Korruptionsverdachtsfälle in Euskirchen und Rheinbach gegeben hatte. Danach folgten Ermittlungen wegen ähnlicher Fälle in Willich, Wuppertal und Essen.

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Trotzdem bleibt die Arbeitnehmerseite kritisch. Horst Butschinek, Landeschef des Bunds der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands (BSBD), sagte der dpa: "Die jüngsten Fälle zeigen, dass wir über Korruptionsprävention und Sicherheit reden müssen. Sie belegen aber nicht, dass pauschale Taschenkontrollen aller Beschäftigten die richtige Antwort sind."

Im Mai geriet die JVA Euskirchen bundesweit in die Schlagzeilen, weil mehrere Mitarbeiter von Häftlingen Geld angenommen und ihnen im Gegenzug Hafterleichterungen gewährt haben sollen.
Im Mai geriet die JVA Euskirchen bundesweit in die Schlagzeilen, weil mehrere Mitarbeiter von Häftlingen Geld angenommen und ihnen im Gegenzug Hafterleichterungen gewährt haben sollen.  © Benjamin Westhoff/dpa

Butschinek ergänzte: "Entscheidend ist, welche Risiken und Einbringungswege tatsächlich bestehen und welche Maßnahmen dort wirksam ansetzen". Deshalb solle man die Erkenntnisse der Expertenkommission einbeziehen, die nach den ersten Fällen im Sommer eingesetzt worden sei. Die Einigungsstelle hat sich inzwischen auf Dezember vertagt.

Titelfoto: Bildmontage: Benjamin Westhoff/dpa, Oliver Berg/dpa

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