Kohle-Knaller um DFB und DFL: Müssen Klubs für Polizeieinsätze bald richtig blechen?

Von Carsten Lappe

Düsseldorf - Vor der angekündigten Sportministerkonferenz haben die Innenminister Herbert Reul (73, CDU) und Armin Schuster (64) den Druck auf DFB und DFL erhöht - inklusive teurer Drohung.

NRW-Innenminister Herbert Reul (73, CDU) will die Situation um die Stadien auf den Prüfstand stellen.  © Fabian Strauch/dpa

Die Länderchefs aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen haben nämlich angekündigt, sämtliche Rechnungen für Polizeikosten an die betroffenen Fußballklubs schicken zu wollen.

Auch nicht erteilte Genehmigungen für Fußball-Veranstaltungen brachten beide ins Spiel. "Das braucht kein Mensch. Aber die liegen in unserem Instrumentenkasten. Der ist ziemlich breit und tief, da sind die Rechnungen drin, da sind Veranstaltungsuntersagungen drin und noch mehr", teilte Schuster im Kicker mit.

Die beiden CDU-Politiker werfen dem DFB und der DFL vor, insbesondere beim Thema Stadionverbote zu zaghaft zu sein.

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"Wir haben versucht, endlich ein paar Verabredungen bundesweit zu schaffen. Die Kollegen haben mit DFL und DFB verhandelt, und von vielen Vorschlägen in der Konferenz blieb noch der eine zu den Stadionverboten übrig. Und der ist auch noch weichgespült. Da werde ich stinksauer", fauchte Reul.

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Polizeieinsätze von Hundertschaften könnten den Klubs bald in Rechnung gestellt werden.  © Federico Gambarini/dpa

Herbert Reul will Stadionverbotlern an den Kragen

Er forderte bis zur nächsten Innenministerkonferenz Mitte Juni, dass es eine neue Stadionverbots-Ordnung gibt. "Wenn die Verbände diesen schon sehr weichen Beschluss allerdings noch weiter aufweichen, dann mache ich das nicht mit."

Im Hinblick auf Rechnungen an die Clubs für Polizeikosten bei Hochsicherheitsspielen sagte Amts-Kollege Schuster: "Diesen Weg halte ich aus unterschiedlichen Gründen für falsch. Aber der Druck auf mich angesichts des Verhaltens spezieller Fans und des Nichteingreifens des Fußballs steigt und steigt."

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