Nie wieder zu viel zahlen: Wie eine App den ÖPNV einfacher macht
Von Marc Herwig
Düsseldorf - Das Reisen mit Bus und Bahn soll in Nordrhein-Westfalen für Gelegenheitsnutzer einfacher werden.
Das Land und die Verkehrsverbünde wollen den digitalen Eezy-Tarif, den man ausschließlich per App nutzen kann, stärken und geben dazu ab sofort eine Preisgarantie.
"Eezy ist immer der günstigste Tarif. Da gibt es eine Bestpreisgarantie", versprach NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). "Wenn Sie in Zukunft noch vor einem Fahrscheinautomaten stehen, dann machen Sie etwas falsch. Eezy macht den Preis immer günstiger und gerechter."
Beim Eezy-Tarif muss man anders als bei klassischen Tickets nicht im Vorfeld den passenden Tarif für eine Fahrt raussuchen. Stattdessen müssen sich ÖPNV-Nutzer beim Einsteigen in einer App einchecken und beim Aussteigen wieder auschecken.
Die App berechnet dann automatisch den Preis. Zuletzt haben laut Krischer etwa 15 Prozent der Reisenden mit Einzelfahrscheinen den Eezy-Tarif genutzt.
Allerdings konnte eine Fahrt mit dem Eezy-Ticket bis zum Jahreswechsel noch teurer sein als ein klassisches Einzelticket. Denn hinter dem 2021 eingeführten Digital-Tarif steht eine ganz andere Methodik der Preisberechnung.
NRW macht Schluss mit dem Tarif-Dschungel
Gerade für gelegentliche ÖPNV-Nutzer sei es aber entscheidend, dass sie nicht die Konditionen und Tarife vergleichen müssten, sagte Krischer. Deshalb würden die Preise im Eezy-Tarif nun gedeckelt, sobald ein klassischer Fahrschein für die Fahrt günstiger sein sollte.
Wer den Tarif häufiger nutzt, zahle pro Monat außerdem nicht mehr als den Preis für ein Deutschlandticket - also derzeit 63 Euro.
Um die Einnahmeausfälle der Verkehrsverbünde durch diese Preisgarantie auszugleichen, habe die Landesregierung für dieses und nächstes Jahr Mittel "im kleineren Millionenbereich" im Haushalt vorgesehen, sagte der Minister.
Einige Einschränkungen gibt es aber noch. Jugendliche unter 18 Jahren können den Eezy-Tarif aus rechtlichen Gründen bislang noch nicht landesweit nutzen, wenn sie ohne ihre Eltern unterwegs sind. Die Verkehrsverbünde wollen aber voraussichtlich zum 1. Juni eine flächendeckende Lösung finden.
Auch im Grenzbereich zu benachbarten Bundesländern gibt es im Moment noch Probleme. Krischer will bei seinen Kollegen in der Verkehrsministerkonferenz aber dafür werben, den Geltungsbereich des Digital-Tickets immer weiter auszuweiten. Wenn das System in NRW funktioniere, werde es schnell Nachahmer finden, betonte er.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa

