Wasser entkalken: Wann es sinnvoll ist und wie es geht

Leitungswasser mit einem hohen Kalkgehalt kann auf Dauer verschiedene Probleme verursachen. Um Schäden an Haushaltsgeräten und anderen Risiken vorzubeugen, empfiehlt es sich, hartes Wasser zu entkalken.

Leitungswasser enthält Kalk, welcher sich in Geräten absetzt und auch den Geschmack von Kaffee oder Tee beeinflusst.
Leitungswasser enthält Kalk, welcher sich in Geräten absetzt und auch den Geschmack von Kaffee oder Tee beeinflusst.  © 123RF/naumoid

Leitungswasser enthält immer eine gewisse Menge Kalk. Je nach Region kann der Kalkgehalt stark schwanken. Je mehr Kalk im Leitungswasser enthalten ist, umso härter ist das Wasser. Die Wasserhärte hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie schnell Haushaltsgeräte verkalken und wie damit zubereitete Getränke wie Tee oder Kaffee schmecken.

Weiches Wasser mit einem geringen Kalkgehalt verhindert, dass Haushaltsgeräte schnell verkalken und dadurch die Lebensdauer verkürzt wird. Zudem gibt es weitere Gründe, warum Leitungswasser bei einem hohen Kalkgehalt entkalkt werden sollte.

Leitungswasser kann mit Hausmitteln entkalkt werden. Doch in manchen Wohngebieten lohnt es sich, eine Entkalkungsanlage zu installieren.

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Entkalken Ratgeber SodaStream entkalken: So lässt man Kalk keine Chance!

Kaffeemaschinen, Wasserkocher und andere Haushaltsgeräte sollten ebenso regelmäßig vom Kalk befreit werden. Genaue Anleitungen dazu findest Du im auf der Themenseite "Entkalken".

Die wichtigsten Infos für Schnellleser:

  • Wasser mit einem Härtegrad von mehr als 10 bis 12 Grad deutscher Härte sollte entkalkt werden.
  • Wasser mit einem hohen Härtegrad schadet Haushaltsgeräten.
  • Den Härtegrad des Trinkwassers erfährt man beim Wasserversorger.
  • Hartes Wasser kann Ekzeme und Neurodermitis fördern.
  • Hartes Wasser schadet vielen Pflanzen.
  • Für Zubereitung von Babynahrung sollte entkalktes Wasser verwendet werden.
  • Wasser entkalken kann man mit Natron und durch Abkochen.
  • Zum Wasser Entkalken für den ganzen Haushalt eignen sich Entkalkungsanlagen.
Wer Wasser bedenkenlos aus der Leitung trinken und verwenden möchte, sollte sich vorher zu dessen Härtegrad informieren.
Wer Wasser bedenkenlos aus der Leitung trinken und verwenden möchte, sollte sich vorher zu dessen Härtegrad informieren.  © unsplash/engin akyurt

Warum sollte man Wasser entkalken?

Wasser entkalken bietet eine ganze Reihe Vorteile. Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschine, Teekocher und Waschmaschine verkalken nicht oder nur sehr langsam. Weiches Wasser verbessert zudem den Geschmack von Tee und Kaffee. Und nicht zuletzt können durch einen hohen Kalkgehalt verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorgerufen werden.

Härtegrad Wasser ist unterschiedlich

Der Härtegrad des Trinkwassers wird durch die Mengen gelöster Kalzium- und Magnesiumionen bestimmt. Je mehr Ionen enthalten sind, umso höher ist die Wasserhärte. Die Angabe der Wasserhärte erfolgt in Deutschland in "Grad deutscher Härte". Dieser Wert wird in °dH angegeben. Die Wasserhärte ist in drei Bereiche unterteilt:

  • bis zu einem Wert von 8,4 °dH handelt es sich um weiches Wasser
  • bei Werten zwischen 8,4 und 14 °dH ist Wasser mittel-weich
  • ab einem Wert von 14 °dH gilt Wasser als hart

Wie hoch die Wasserhärte in Deiner Region ist, erfährst Du beim zuständigen Wasserversorger.

Ist kalkhaltiges Trinkwasser schädlich?

Der in Trinkwasser enthaltene Kalk besteht im Wesentlichen aus den für den Körper wichtigen Mineralstoffen Magnesium und Kalzium. Schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit hat kalkhaltiges Trinkwasser daher nicht.

Beim Waschen von Gesicht und Körper kann hartes Wasser aber trockene Haut und damit Ekzeme sowie Neurodermitis fördern.

Muss man Wasser entkalken für die Zubereitung von Babynahrung?

Sehr kalkhaltiges Wasser kann bei Babys zu Blähungen und Bauchschmerzen führen. Durch Abkochen kannst Du Wasser entkalken und es für Babynahrung verwenden. Alternativ empfiehlt sich die Verwendung von Mineralwasser oder sogenanntem Babywasser.

Weitere Infos unter: >>>Ist kalkhaltiges Wasser trinken ungesund?

Hartes Wasser ist für Wasserkocher und andere Haushaltsgeräte schädlich, da sich der Kalk an wichtigen Geräteteilen absetzt.
Hartes Wasser ist für Wasserkocher und andere Haushaltsgeräte schädlich, da sich der Kalk an wichtigen Geräteteilen absetzt.  © 123RF/tativo

Ist kalkhaltiges Wasser für Haushaltsgeräte schädlich?

Je kalkhaltiger das Wasser ist, umso schneller verkalken die Geräte.

Insbesondere die Heizstäbe von Kaffeemaschinen oder Waschmaschinen werden im Laufe der Zeit mit einer mehr oder weniger dicken Kalkschicht überzogen. Durch die Kalkablagerung steigt der Stromverbrauch und die Lebensdauer des Geräts wird verkürzt.

Eher ein optisches Problem sind verkalkte Wasserhähne und Kalkflecken auf Oberflächen von Haushaltsgeräten oder Badfliesen.

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Gießwasser entkalken - muss man das?

Werden Pflanzen mit hartem Wasser gegossen, dann erhöht sich durch den Kalk mit der Zeit der pH-Wert des Bodens. Durch den erhöhten Säuregrad können einige Pflanzen irgendwann keine Nährstoffe mehr aus dem Boden aufnehmen und verkümmern.

Kalkhaltiges Gießwasser kannst Du durch Abkochen oder Wasserenthärter aus einem Gartenfachmarkt entkalken.

Wasser entkalken mit Filter oder Anlage

Je nachdem, wie viel entkalktes Wasser benötigt wird, gibt es mehrere Möglichkeiten, den Kalk aus dem Wasser zu entfernen und so das Wasser weicher zu machen.

Bei geringen Mengen reicht es, das Wasser in einem Tischwasserfilter zu entkalken. Für den Einbau in die Hauswasserversorgung eignen sich Ionentauscher oder Wasserenthärtungsanlagen, die mit der Umkehrosmose arbeiten.

Wasser entkalken mittels Tischwasserfilter

Eine einfache und relativ kostengünstige Möglichkeit, geringe Mengen Wasser zu entkalken, ist ein Tischwasserfilter. Diese Filtergeräte arbeiten entweder mit Aktivkohle oder seltener mit einem Ionentauscher. Abhängig vom jeweiligen Modell muss der Filter regelmäßig gewechselt werden.

Wasser entkalken mittels Ionentauscher

In einem Ionentauscher werden Kalzium- und Magnesiumionen im Leitungswasser gegen ebenfalls positiv geladene Natriumionen ausgetauscht. Dadurch steigt zwar der Natriumgehalt des Trinkwassers, der Kalk wird aber fast vollständig entfernt.

Filter mit Aktivkohle und anderen Substraten in entsprechenden Geräten zur Wasseraufbereitung sind eine relativ kostengünstige Möglichkeit für das Entkalken von Wasser.
Filter mit Aktivkohle und anderen Substraten in entsprechenden Geräten zur Wasseraufbereitung sind eine relativ kostengünstige Möglichkeit für das Entkalken von Wasser.  © 123RF/manfredxy

Wasser entkalken mittels Umkehrosmose

Bei der Umkehrosmose wird das Leitungswasser mit hohem Druck durch eine Membran gepresst. Die Membran ist semipermeabel. Wasser kann die Membran passieren. Die größeren Moleküle werden von der Membran jedoch abgefangen. Ebenso werden Schwermetalle, Nitrat und Phosphat sowie verschiedene andere Mineralien von der Membran gestoppt.

Das Wasser ist anschließend sehr weich. Es enthält praktisch keine Schadstoffe und keinen Kalk mehr. Der Nachteil dieser Anlagen ist, dass die Membran regelmäßig mit viel Wasser gespült werden muss und der Wasserverbrauch dadurch insgesamt steigt.

Wasser entkalken mit Magneten

Durch die an eine Wasserleitung geschraubte oder geklemmte Dauermagnete soll man Wasser entkalken können. Um dies zu erreichen, müssten die Magnete jedoch ein extrem starkes Magnetfeld erzeugen. Die Anziehungskräfte zwischen den positiv geladenen Kalzium- und Magnesiumionen sowie den anderen negativ geladenen Ionen im Trinkwasser sind stärker als ein Magnet sein kann. Das Wasser entkalken mit Magneten funktioniert daher nicht.

In Deutschland sind für den Einbau in Haus-Wasserinstallationen nur Geräte zugelassen, die ein DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) Prüfsiegel aufweisen und entsprechend zertifiziert sind. Durch die Zertifizierung wird die Wirksamkeit der Entkalkungsanlage bestätigt. Bislang gibt es noch kein Magnetentkalkungsgerät, das dieses Prüfsiegel trägt.

Kann es durch eine Entkalkungsanlage zur Verkeimung des Wassers kommen?

Im Prinzip ja. Das in den Entkalkungsanlagen enthaltene Ionentauscherharz ist ein Nährboden für Keime. Die Gefahr ist jedoch relativ gering. Zu einer Verschmutzung des Wassers kommt es in der Regel erst, wenn die Entkalkungsanlage längere Zeit nicht genutzt wurde - beispielsweise während eines mehrwöchigen Urlaubs.

Um geringe Mengen Wasser zu entkalken, können einfache Hausmittel wie Apfelessig und Natron verwendet werden.
Um geringe Mengen Wasser zu entkalken, können einfache Hausmittel wie Apfelessig und Natron verwendet werden.  © 123RF/thamkc

Wasser entkalken mit Hausmitteln

Es gibt verschiedene Tricks und Hausmittel, mit denen das Entkalken des Wassers gut funktioniert.

Wasser entkalken durch Abkochen

Beim Abkochen setzt sich der Kalk am Boden und an den Wänden des Kochtopfs oder des Wasserkochers ab. Nach dem Aufkochen sollte das noch heiße Wasser durch einen Kaffeefilter gegossen werden, um die letzten Kalkreste herauszufiltern.

Wasser entkalken für die Haare - mit Apfelessig

Mithilfe von Apfelessig kann man sich eine Haarspülung herstellen, mit der die Haare trotz kalkhaltigem Wasser glänzend und gesund aussehen. Auch lassen sich die Haare nach der Anwendung leicht kämmen.

Für die Apfelessig-Haarspülung werden benötigt:

  • 1 Liter lauwarmes Wasser
  • 1 - 2 Esslöffel Apfelessig
Herstellung der Apfelessig-Haarspülung:

1. Schritt: Das lauwarme Wasser mit dem Apfelessig mischen.

2. Schritt: Die Haare wie gewohnt waschen und anschließend die Spülung auf den Haaren verteilen. Die Wasser-Apfelessig-Mischung muss nicht ausgespült werden. Nach dem Trocknen der Haare verfliegt der leichte Geruch nach Apfelessig schnell.

Das Wasser für die Haare zu entkalken sorgt für einen schönen Glanz und gesundes Haar.
Das Wasser für die Haare zu entkalken sorgt für einen schönen Glanz und gesundes Haar.  © Unsplash/Tim Mossholder

Wasser entkalken mit Natron

Natron eignet sich, um kleinere Mengen Wasser zu enthärten. Gib dazu eine Messerspitze Natron in einen Liter Wasser und koche das Wasser auf.

Durch das Natron wird der Kalk gebunden und kann anschließend mit einem Kaffeefilter herausgefiltert werden.

Fazit: Wann und womit ist Wasser entkalken sinnvoll?

Geringe Mengen Kalk im Wasser schaden weder der Gesundheit noch Haushaltsgeräten. Sinnvoll ist es, das Wasser entkalken, wenn der Härtegrad des Wassers mehr als 10 bis 12 °dH beträgt. Bei weichem Wasser lohnt sich das Entkalken nicht.

Kalk im Wasser: Hausmittel oder Entkalkungsanlage?

Wer für die Zubereitung von Kaffee oder Tee Wasser entkalken möchte, kann dafür einfache Hausmittel oder einen Tischwasserfilter verwenden. Für die Herstellung von Babynahrung empfiehlt es sich, das Wasser vorher abzukochen.

Ist das Wasser jedoch sehr hart, sodass Waschmaschine und Spülmaschine schnell verkalken, ist eine Entkalkungsanlage empfehlenswert.

Der Aufwand, hartes Wasser vor der Nutzung zu entkalken, lohnt sich, denn die Lebensdauer von Haushaltsgeräten wird verlängert und möglichen Gesundheitsbeschwerden wird vorgebeugt.

Titelfoto: 123RF/naumoid

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