Kaugummi entfernen: Mit diesen Tipps klappt's

Klebt ein Kaugummi erst einmal an einer Stelle, wo er nicht hingehört, scheint es unmöglich zu sein, ihn zu entfernen. Mit den richtigen Tipps lässt sich aber selbst ein hartnäckiger Kaugummifleck entfernen.

Die weiche und klebrige Masse von Kaugummi zu entfernen ist kein Ding der Unmöglichkeit.
Die weiche und klebrige Masse von Kaugummi zu entfernen ist kein Ding der Unmöglichkeit.  © unsplash/Joseph Costa

Viele Methoden führen zum Ziel:

Ein Missgeschick ist schnell passiert und schon klebt das Kaugummi an der Kleidung, am Polster, im Teppich oder in den Haaren.

Die weiche, zähe und klebrige Masse aus Stoff oder Haaren wieder herauszubekommen, erscheint im ersten Moment ausgeschlossen. Doch die schöne neue Hose ist nicht gleich ruiniert und es steht auch kein unnötiger Friseurbesuch an.

Es gibt eine Vielzahl an Tricks, mit deren Hilfe sich Kaugummi entfernen lässt. Von einfachen Hausmitteln, die jeder in der Küche hat, bis hin zu chemischem Kaugummi-Entferner ist für jede Situation das passende dabei.

Fettflecken entfernen: Diese Hausmittel helfen
Fleckenratgeber Fettflecken entfernen: Diese Hausmittel helfen

TAG24 zeigt Dir Kniffe und Tricks, mit denen man das klebrige Zeug aus Textilien und Haaren bekommt.

Weitere Tipps und Tricks gibt's übrigens im Fleckenratgeber von TAG24.

Die wichtigsten Infos für Schnellleser:

  • Kaugummi entfernen aus Haaren gelingt mit Butter, Öl, Creme und einem Kamm.
  • Für die Entfernung vom Autolack eignet sich Insekten- und Teer-Entferner und ein weiches Tuch.
  • Kleidung und Schuhe in einem Beutel einfrieren. Danach die Kaugummireste mit einem stumpfen Messer vorsichtig abschaben.
  • Bei Teppichen mit Kältespray oder Eiswürfeln in einem Beutel arbeiten. Die Reste nach dem Einfrieren abschaben.
  • Bei Polster und Autositzen eignen sich Kältespray oder Eiswürfel.

Die besten Hausmittel, um Kaugummi zu entfernen

Hausmittel, die fast jeder in seinem Haushalt zur Verfügung stehen hat, haben sich im Kampf gegen Kaugummiflecken bisher am besten bewährt. Doch neben verschiedenen Mittelchen und Reinigern hat sich noch eine besondere Methode etabliert, um der gummiartigen Masse den Kampf anzusagen: das Vereisen.

Kaugummi mit Kälte zu entfernen, ist die beste Methode, um diesen wirklich vollständig zu beseitigen.
Kaugummi mit Kälte zu entfernen, ist die beste Methode, um diesen wirklich vollständig zu beseitigen.  © 123RF/Piyawat Nandeenopparit

Kaugummi mit Kälte entfernen: Eiswürfel, Kühlakkus und Co.

Kälte ist die beste Methode, um dem klebrigen Übeltäter erfolgreich zu Leibe zu rücken. Die Kälte friert die Masse ein und macht sie "bröselig", sie kann dann ganz einfach abgelöst werden. Das kann in Form von Eiswürfeln, Kühlakkus, Kältespray oder dem Gefrierfach geschehen.
Kälte beziehungsweise Eisspray wird aus kurzer Entfernung einfach auf das Kaugummi aufgesprüht. Eiswürfel, falls kein Kältespray zur Hand ist, sind ebenso effektiv. Sie werden einfach auf das Kaugummi gehalten oder das Kaugummi damit kräftig eingerieben. Genauso verhält es sich mit den Kühlakkus.

Am einfachsten funktioniert es im Gefrierfach. Einfach Kleidung oder Schuhe in eine Tüte geben und ein paar Stunden einfrieren und dann die Bröckchen sanft abrubbeln, ohne das Textil zu beschädigen.

Kaugummi mit Hitze entfernen: Bügeleisen und Löschpapier

Auch hohe Temperaturen sind geeignet, um einem Kaugummi den Garaus zu machen. Dazu legt man ein Löschpapier oder ein Blatt Küchenrolle auf das Kaugummi und bügelt mit einem heißen Bügeleisen sanft darüber.

Wie auch bei Wachsflecken, bei denen diese Methode ebenso gut funktioniert, wird das Kaugummi durch die Hitze verflüssigt und zieht in das Papier.

Kaugummi entfernen mit Säure: Essig oder Zitrone

Essig und Zitrone sind die absoluten Alleskönner im Haushalt. Mit ihnen kann man entkalken, reinigen - und Kaugummi aus Kleidung und von Schuhen entfernen. Einfach ein paar Tropfen Essig oder Zitronensaft auf das Kaugummi geben.

Dann einige Minuten einwirken lassen und die Klebemasse mit einem Tuch abnehmen.

Willst Du noch mehr Tipps zum Alleskönner Essig? Dann schaue mal hier:

>>>Entkalken mit Essig: Dieses Hausmittel wirkt Wunder

Kaugummi entfernen mit Butter, Creme oder Öl

Klingt erst mal nach einer ekelhaften Angelegenheit, aber auch fetthaltige Substanzen gelten als optimale Wahl, und zwar wenn Kaugummi in den Haaren festsitzt. Das Fett macht das Kaugummi geschmeidig und nimmt ihm die "Klebrigkeit".

Mehr dazu weiter unten beim Thema "Kaugummi aus den Haaren entfernen".

Friert man die Hose ein, lässt sich die Lieblingsjeans noch retten.
Friert man die Hose ein, lässt sich die Lieblingsjeans noch retten.  © 123RF/kampan butsho

Kaugummi entfernen: So geht es schnell und richtig

Welche Methode die beste ist, hängt vom Material ab, auf dem sich der Fleck befindet. Ein Sessel oder ein Sofa passt verständlicherweise nicht in ein Gefrierfach. Aber – wie meist im Leben – gibt es für jedes Problem eine passende Lösung.

Bitte nicht versuchen, Kaugummi aus Kleidung, von Teppichen oder Polster heraus zu reiben. Dadurch verteilt man die klebrige Masse nur noch stärker im Gewebe.

So gelingt es, ohne das Material zu beschädigen:

1. Kaugummi aus Teppich entfernen

Um ein Kaugummi aus einem Teppich zu entfernen, bietet sich die Kälte-Methode geradezu an. Öl, Butter oder Hitze sind bei der Kaugummi-Entfernung auf einem Teppich nicht zu empfehlen, da dies zu Schäden am Material führen kann.

Da ein Teppich aber in der Regel zu groß ist, um ihn in eine Gefriertruhe oder in ein Gefrierfach zu legen, muss die Kälte in Form von Eiswürfeln oder Kühlakkus zum Kaugummi:

Schritt 1: Die Eiswürfel verpackt man dazu in einen Plastikbeutel. Der zugeknotete Plastikbeutel wird nun einfach auf das Kaugummi gelegt. Das hat den Vorteil, dass die manchmal doch sehr empfindlichen und teuren Teppiche keine zusätzlichen Flecken bekommen oder dass zum Beispiel bei der Behandlung mit Essigessenz oder Zitronensaft die Farben des Teppichs an der behandelten Stelle ausbleichen.

Schritt 2: Der Beutel mit den Eiswürfeln verbleibt nun so lange auf dem Kaugummi, bis es komplett eingefroren ist.

Schritt 3: Nun kann das Kaugummi vorsichtig mit der stumpfen Seite eines Messers aus den Teppichfasern geschabt werden. Kleinere Kaugummireste lassen sich mit Waschbenzin restlos entfernen.

Aber Vorsicht:

Die Prozedur mit Waschbenzin zuerst an einer nicht sichtbaren Stelle des Teppichs testen, ob es zum Ausbleichen der Farben kommt.

2. Kaugummi aus Polster entfernen

Auch bei Polstern wie Autositzen, Sesseln oder Sofas ist Kälte die erste Wahl. Genau wie beim Teppich wird ein Beutel mit Eiswürfeln auf den Kaugummifleck gelegt, um ihn einzufrieren. Alternativ kann Kältespray benutzt werden.

Nach dem Einfrieren werden die Kaugummireste behutsam mit einem Messerrücken abgenommen.

Sollten auch hier noch kleinere Reste übrig bleiben, kann mit Waschbenzin nachgearbeitet werden.

3. Kaugummi aus Kleidung entfernen

Ein eingetrocknetes Kaugummi lässt sich am einfachsten aus Kleidung entfernen, denn hier hat man mehrere Möglichkeiten.
Zum Beispiel das Gefrierfach. Die Kleidung in einen Plastikbeutel packen und ab damit für einige Stunden ins Gefrierfach. Kaugummi danach mit einem Messerrücken abschaben. Kleinere Reste verschwinden beim nächsten Waschgang von ganz allein und die Kleidung ist wie neu.

Die Bügeleisen- und Löschpapier-Methode lässt sich bei Kleidung auch hervorragend anwenden.

Schritt 1: Das Löschpapier wird auf das Kaugummi gelegt und mit dem heißen Bügeleisen vorsichtig darübergebügelt, bis sich die Masse löst und vom Papier aufgenommen wird.

Schritt 2: Danach normal waschen. Vor dem Bügeln bitte auf die Waschsymbole achten, denn einige Materialien wie beispielsweise Seide vertragen keine große Hitze.

Eine weitere Möglichkeit ist das Spülmittel. Einige Tropfen auftragen und eine Stunde einwirken lassen. Kaugummi sanft abrubbeln und das Kleidungsstück ganz normal nach Anleitung waschen.

Wer Kaugummi in den Haaren hat, muss nicht gleich zum Friseur. Mit dem passenden Fett löst sich die klebrige Masse heraus.
Wer Kaugummi in den Haaren hat, muss nicht gleich zum Friseur. Mit dem passenden Fett löst sich die klebrige Masse heraus.  © 123rf/blueskyimage

4. Kaugummi aus den Haaren entfernen

Klebt ein Kaugummi in den Haaren, ist Reiben oder Ziehen keine gute Idee, denn dadurch verteilt man das Kaugummi noch mehr in den Haaren und im schlimmsten Fall fällt so ein großer Teil der Haare der Schere zum Opfer.

Um Kaugummi aus Haaren entfernen zu können, ist Fett und eine gehörige Portion Geduld nötig. Kokosfett ist optimal, es entfernt nicht nur Kaugummireste, sondern pflegt auch noch das Haar. Ist kein Kokosfett verfügbar, funktioniert auch Butter, Margarine, Öl oder fettreiche Cremes.

Das Fett wird portionsweise in das Kaugummi einmassiert. Mit einem Kamm wird der Übeltäter nach und nach aus den Haaren gekämmt.

Kälte und Wärme funktioniert in den Haaren nicht so gut. Auch Kältesprays oder Kaugummi-Entferner, Waschbenzin oder Essig sollten an den Haaren nicht verwendet werden, da sie Reizungen auf der Haut auslösen können.

Klebt das Kaugummi allerdings zu fest und lässt sich auch mit Fett nicht überlisten, ist der Gang zum Friseur unvermeidbar.

6. Kaugummi entfernen von Schuhen oder Schuhsohlen

Auch dieses Problem ist schnell gelöst, wenn der Schuh in einem Beutel ins Gefrierfach wandert. Danach mit dem Messerrücken das Kaugummi entfernen – dabei sollte man natürlich behutsam vorgehen, um den Schuh nicht zu beschädigen.

Tritt man mit den Schuhen in ein Kaugummi, ist das ärgerlich, aber meist kein Problem.
Tritt man mit den Schuhen in ein Kaugummi, ist das ärgerlich, aber meist kein Problem.  © 123RF/Olga Yastremska

5. Kaugummi entfernen von Autolack

Die Aufgabe ist recht einfach. Man benötigt dazu nur Insekten- und Teer-Entferner für den PKW. Das Kaugummi löst sich direkt beim Aufsprühen und kann mit einem weichen Tuch abgenommen werden.

Fazit: Kaugummi entfernen gelingt mit diesen Methoden

Für viele Fälle ist Kälte die beste Methode, um Kaugummi entfernen zu können. Dazu einfach das Material einfrieren und mit Eiswürfeln abkühlen und das hart gewordene Kaugummi lösen.

Und für verklebte Haare kann man Fette oder Öle einsetzen, so seltsam das auch klingt.

Titelfoto: unsplash/Joseph Costa

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