Wurmbefall beim Hund: Wie erkennst Du ihn und was kannst Du dagegen tun?

Neben Flöhen, Milben und Zecken gehören Würmer zu den häufigsten Parasiten, die einen Hund im Laufe seines Lebens befallen können. Der Hunderatgeber klärt die wichtigsten Fragen.

Wie infizieren sich Hunde mit Würmern?

Durch ausgeprägtes Schnüffeln nehmen Hunde Informationen aus ihrer Umwelt wahr und kommunizieren mit ihren Artgenossen – dabei nehmen sie manchmal Würmer auf.
Durch ausgeprägtes Schnüffeln nehmen Hunde Informationen aus ihrer Umwelt wahr und kommunizieren mit ihren Artgenossen – dabei nehmen sie manchmal Würmer auf.  © 123rf/kzibert

Würmer können auf verschiedene Weise in den Körper eines Hundes gelangen.

Häufig passiert der Kontakt mit infektiösen Eiern oder Larven aus dem Kot befallener Artgenossen, wobei sich die Eier wegen ihrer Robustheit einfach in der Umgebung verteilen. Sei es durch das Beschnüffeln von Erd-, Kot- oder Sandhaufen während der Gassirunde oder wenn Besitzer selbst in einen Hundehaufen treten und diesen an den Schuhen mit nach Hause bringen. Sobald die Eier über das Maul aufgenommen werden, lösen sie still und heimlich eine Wurminfektion im Hund aus.

Andere Übertragungswege sind kleinere Beutetiere wie Mäuse, Vögel, Kaninchen oder Schnecken, die den Wurmlarven als Zwischenwirte dienen und vom Hund gefressen werden.

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Aber auch über rohes Fleisch und Innereien, die nicht ausreichend erhitzt oder gefroren wurden, können sich Würmer eingefangen werden.

Diese Wurmarten können Hunde befallen

Es gibt viele verschiedene Wurmarten, mit denen sich Hunde anstecken können.

  • Spulwürmer werden hauptsächlich über Wurmeier und Larven im Kot oder an Sand, Erde und Gestrüpp haftend vom Hund aufgenommen.
  • Die Ansteckung mit Bandwürmern (Fuchsbandwurm, Madenwürmer, Gurkenkernbandwurm) erfolgt über das Fressen befallener Zwischenwirte, zum Beispiel Kaninchen und Mäuse, aber auch Flöhe und Aas.
  • Hakenwürmer können über die Haut oder durch Verschlucken von Larven in den Körper des Hundes gelangen.
  • Da die Eier der Peitschenwürmer besonders widerstandsfähig sind, können sie auch über mehrere Jahre Infektionen auslösen. Eine Ansteckung damit findet über den oralen Kontakt mit verunreinigtem Kot statt.
  • Werden beim Hund Lungenwürmer festgestellt, hat er diese vermutlich beim Fressen von mit Larven befallenen Mäusen, Schnecken oder Vögeln zu sich genommen.
  • Herzwürmer bzw. ihre Larven werden über den Stich von manchen Stechmücken auf den Hund übertragen.
  • Über rohes Fleisch bzw. Innereien, die nicht ausreichend erhitzt oder gefroren wurden, können sich die Vierbeiner mit dem Hundebandwurm infizieren.

Selbst kleine Welpen können sich bereits im Mutterleib, aber auch über die Muttermilch mit Würmern anstecken.

Symptome: Wie macht sich ein Wurmbefall beim Hund bemerkbar?

Trotz größter Sorgfalt und einer artgerechten und gesunden Ernährung kann es immer mal wieder vorkommen, dass der Hund von Würmern befallen wird.
Trotz größter Sorgfalt und einer artgerechten und gesunden Ernährung kann es immer mal wieder vorkommen, dass der Hund von Würmern befallen wird.  © 123RF/chalabala

Je nach Wurmart, dem Alter des Hundes und der Stärke seines Immunsystems können die Krankheitssymptome unterschiedlich ausfallen.

Spätestens dann, wenn Wurmeier, Würmer oder Vergleichbares im Hundekot bzw. Erbrochenem sichtbar sind, besteht Handlungsbedarf. In diesem Fall ist der Hund bereits stark befallen.

Um dem vorzubeugen, sollte auch auf andere Anzeichen geachtet werden:

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  • Appetitlosigkeit
  • deutlicher Gewichtsverlust
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • zerzaustes und glanzloses Fell
  • aufgeblähter Bauch
  • häufiges Erbrechen
  • Durchfall (teilweise mit Blut)
  • Verstopfung
  • Juckreiz im Analbereich
  • schlechte Wundheilung
  • erhöhte Anfälligkeit für andere Krankheiten

Treten eins oder mehrere dieser Symptome beim Hund auf, sollte dringend eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. Denn eine ausbleibende Behandlung kann schlimme Schäden nach sich ziehen. Je nach Art und Schwere des Wurmbefalls kann es neben den bereits genannten Krankheitsanzeichen auch zu Blutgerinnungsstörungen, Entzündungen an Geweben, Atemnot oder im Extremfall auch zum plötzlichen Tod führen.

Es ist zudem nicht ausgeschlossen, dass sich die Hundebesitzer selbst mit den Würmern infizieren.

Wurmbefall beim Hund: Behandlung

Bei Verdacht eines Wurmbefalls wird der Tierarzt eine Kotprobe mikroskopisch untersuchen. Zur Absicherung kann eine Blutuntersuchung erfolgen.
Bei Verdacht eines Wurmbefalls wird der Tierarzt eine Kotprobe mikroskopisch untersuchen. Zur Absicherung kann eine Blutuntersuchung erfolgen.  © 123rf/laurashop

Nicht immer sind Symptome für einen Wurmbefall beim Hund sichtbar. Das kommt beispielsweise bei einem gut ausgeprägten Immunsystem oder bei einem geringen Befall vor.

Um gesundheitliche Schäden sowohl für den Hund als auch für den Menschen so gering wie möglich zu halten, sollten Hundehalter ihr Tier regelmäßig auf einen Wurmbefall untersuchen bzw. entwurmen.

Grundsätzlich werden etwa vier Wurmkuren pro Jahr empfohlen.

Ob ein Tier häufiger entwurmt bzw. auf Parasiten untersucht werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab, wie dem Alter, der Ernährung und der Haltung des Hundes und sollte mit einem Tierarzt besprochen werden.

Die Wurmkur erfolgt über die Verabreichung von Tabletten, einer Paste oder Spot-on-Präparaten, wobei die einzelnen Mittel unterschiedliche Wirkstoffe enthalten, die verschiedene Wurmarten bekämpfen.

Wurmbefall beim Hund vorbeugen

Einen hundertprozentigen Schutz vor einem Wurmbefall Deines Vierbeiners gibt es leider nicht. Aber es können gewisse Vorkehrungen getroffen werden, um die Verbreitung von Würmern sowie ihren Eiern und Larven zu verringern und somit einer Infektion weitestgehend vorzubeugen.

  • Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die gewissenhafte Beseitigung und Entsorgung des Hundekots. Sei es beim Spaziergang durch den Park oder beim Toben auf dem eigenen Grundstück – der Kot sollte auf jeden Fall in einer Tüte aufgesammelt und gut verschlossen über den Hausmüll entsorgt werden.
  • Beim Auslauf kann zum Beispiel darauf geachtet werden, dass der Kontakt zu anderen Hunden minimiert wird.
  • Es sollte zudem vermieden werden, dass die Tiere kleinere Beutetiere (Mäuse, Vögel) sowie Aas oder rohes Fleisch fressen.
  • Vor einem Auslandsaufenthalt sollte mit dem Tierarzt über entsprechende Schutzmaßnahmen gesprochen werden.
  • Trächtige und säugende Hündinnen sowie Welpen können vorsorglich häufiger einer Wurmkur unterzogen werden.

Hundebesitzer, die selbst eine Immunschwäche oder einen ausgeprägten Hygienewunsch haben bzw. wenn das Tier ein erhöhtes Infektionsrisiko besitzt, sollten sich in einer Tierarztpraxis über weitere Maßnahmen beraten lassen.

Titelfoto: 123RF/chalabala

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