Hund zittert: Muss er zum Tierarzt?

Fängt der Hund plötzlich an zu zittern, dann ist das für viele Hundebesitzer erst mal ein Schreck. Unkontrolliertes Zucken beim Hund ist nicht immer ein Fall für den Tierarzt.

Warum zittert der Hund? Die Ursache ist nicht immer gleich ein Grund zur Sorge.
Warum zittert der Hund? Die Ursache ist nicht immer gleich ein Grund zur Sorge.  © 123RF/Andrii Shablovskyi

In manchen Situationen erscheint es nicht ungewöhnlich, dass der Hund zittert. Ist es draußen kalt, könnte er eventuell frieren oder passiert etwas Spannendes, dann ist er wahrscheinlich einfach aufgeregt. Doch wenn er auch im Ruhezustand und ohne offensichtlichen Grund zittert, ist das für die Hundebesitzer schon beunruhigend.

Das Zittern beim Hund, welches in der Tiermedizin auch "Tremor" genannt wird, kann durch Gefühle, körperliche Reaktionen oder auch Erkrankungen des Hundes verursacht werden. Der Hunde-Ratgeber empfiehlt allen Hundehaltern, erst mal Ruhe zu bewahren und ihren Hund zu beobachten, sonst regt sich der Hund durch ihre Panik noch zusätzlich auf.

Meist lässt sich das Zittern des Hundes anhand der aktuellen Situation erklären, und man kann entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Zittert der Hund, sollte zwischen harmlosen Ursachen und Fällen, wo eine ärztliche Untersuchung des Tieres erforderlich ist, unterschieden werden.

Warum zittert mein Hund?

Wenn der Hund zittert, kann das verschiedenen Ursachen haben. Das Zittern muss dabei nicht immer auf eine Erkrankung, Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden hinweisen, sondern kann auch eine emotionale Reaktion des Hundes sein.

Psychische Ursachen für Zittern bei Hunden:

  • Aufregung bzw. Freude
  • Stress
  • Angst
  • Unsicherheit
  • Angewohnheit bzw. erlerntes Verhalten
  • Träumen

Physische Ursachen für Zittern bei Hunden:

  • Kälte
  • Hitze
  • Alter
  • Anspannung bei Aktivitäten z. B. Sport und Jagen
  • Überanstrengung
  • Vergiftung
  • Rassebedingt
  • Schmerzen
  • Krankheiten
  • Fieber
  • Kreislaufschock
Wichtig: Zittern und Krämpfe bei Hunden sind zu unterscheiden. Beim Zittern ist der Hund noch ansprechbar und in der Lage, auf die Besitzer zu reagieren, wohingegen er bei Krämpfen völlig abwesend wirkt. Leidet der Hund länger als rund fünf Minuten an einem Krampfanfall, dann sollte man sofort den Tierarzt aufsuchen.
Zittern kann bei Hunden durch positive und auch negative Emotionen ausgelöst werden.
Zittern kann bei Hunden durch positive und auch negative Emotionen ausgelöst werden.  © unsplash/Mia Anderson

Woran erkenne ich, warum mein Hund zittert?

Wenn der Hund plötzlich zittert, gilt es die Situation zu betrachten. Auch das Alter und die Rasse des Hundes können Hinweise auf den Grund des Zitterns geben.

Wenn die Besitzer nach Hause kommen und den Hund begrüßen, kann es sein, dass dieser vor Freude zittert, mit dem Schwanz wedelt und sie anspringt. Bei emotionalen Reaktionen wie Freude und Aufregung sollten Halter jedoch generell Ruhe bewahren und die Stimmung des Tieres nicht annehmen, da sich die Energie auf den Hund überträgt.

Sind Hund und Halter beide euphorisch, dann steigern sie ihre Gefühle gegenseitig und das Zittern verstärkt sich. Auch lernt der Hund, dass Zittern eine positive Reaktion beim Halter auslöst und wird es bei Bedarf wieder tun.

Harmlos sind Zuckungen und andere Bewegungen während der Hund schläft. Der Hund zittert im Schlaf, weil er träumt. Mehr dazu erfährst Du unter: "Wenn Vierbeiner schlafen: Können Hunde träumen?".

Das Muskelzittern nach dem Sport oder anderen Aktivitäten ist beim Hund ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Rassen wie Yorkshire Terrier kompensieren z. B. Anspannung durch starkes Zittern. Das Tier braucht dann erst mal eine Pause, um sich von der Anstrengung zu erholen und wieder zu Kräften zu kommen.

Auch beim Training sollten Besitzer stets bedenken, was der Hund wirklich leisten kann und ihn nicht überfordern.

Zittert ein alter Hund, liegt das meist an körperlicher Anstrengung oder es könnte ein Indiz auf den Beginn einer Arthrose sein. Möglicherweise ist der Hund bereits von einer Schädigung des Gelenkknorpels betroffen. Um dem Tier etwas Erleichterung zu verschaffen, kann eine ärztliche Untersuchung hilfreich sein.

Hundehalter sollten überprüfen, ob dem Hund eventuell zu kalt oder er überhitzt ist, wenn dieser unterwegs während des Spaziergangs oder in der Wohnung plötzlich zittert. Kleine Hunderassen wie Chihuahuas, Nackthunde und Tiere ohne Unterwolle frieren schnell.

Zu beachten ist auch, dass Temperaturen, die für Menschen noch angenehm sind, für Hunde schon zu kalt oder zu warm sein können.

Kleine Hunde frieren schnell und fangen an, stark zu zittern.
Kleine Hunde frieren schnell und fangen an, stark zu zittern.  © unsplash/Tanika

Hechelt und zittert der Hund beim Autofahren, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass der Hund nicht gern mit dem Auto fährt und Angst hat. Mehr zu diesem Thema: "Davor haben Hunde richtig Angst".

Medizinisch noch nicht richtig erklärbar ist das Schüttelsyndrom weißer Hunde ("White Dog Shaker Syndrom"), welches Rassen mit weißem Fell wie West Highland White Terrier, Pudel und Malteser betrifft. Die Symptome dieser Krankheit beim Hund sind Zittern am ganzen Körper, schnelle Bewegungen der Augen und Verlust der Orientierung. Die Krankheit muss manchmal ein ganzes Hundeleben lang mit Medikamenten behandelt werden.

Ein Zeichen für ein bedenkliches Zittern ist es, wenn der Hund auch im Ruhezustand zittert und dieses öfter oder dauerhaft auftritt. Es könnte sich um eine Vergiftung oder Krankheit handeln. In solchen Fällen wird das Zittern jedoch auch von anderen Symptomen beim Hund begleiten.

Weitere Symptome neben Zittern für Vergiftung und einige Erkrankungen vom Hund:

  • Erbrechen (blutig)
  • Schaum vorm Maul oder vermehrtes Speicheln
  • Atemschwierigkeiten
  • Schlappheit, Kraftlosigkeit, Müdigkeit
  • starker Durchfall
  • Kämpfe
  • Verhaltensänderungen
  • Fieber

Bei Verdacht auf Vergiftung sollten Hundehalter so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen.

Viruserkrankungen wie Staupe und neurologische Krankheiten wie Epilepsie können ebenfalls das Zittern des Hundes verursachen. Können sich Halter das Zittern des Hundes nicht erklären, sollten sie das Tier ärztlich untersuchen lassen.

Titelfoto: 123RF/Andrii Shablovskyi

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