Katze pinkelt in Wohnung: Warum und was kann man dagegen tun?

Niemand mag Flecken auf der Couch oder unangenehme Gerüche im Zuhause. Genau das passiert allerdings, wenn die Katze in die Wohnung pinkelt. Dahinter müssen aber nicht immer organische Erkrankungen stecken.

Probleme mit der Unsauberkeit kommen sowohl bei männlichen als auch weiblichen, kastrierten und unkastrierten Katzen vor.
Probleme mit der Unsauberkeit kommen sowohl bei männlichen als auch weiblichen, kastrierten und unkastrierten Katzen vor.  © 123RF/dariakulkova

Katzen sind eigentlich von Natur aus sehr reinliche Tiere. Die Gründe für einen sonst so stubenreinen Vierbeiner, der plötzlich auf die Couch, den Teppich oder das Bett pinkelt, können dabei gesundheitlich oder stressbedingt sein.

Eine genaue Ursachenforschung ist daher unumgänglich. Denn Deine Mieze möchte Dich keineswegs damit ärgern oder provozieren, sondern Dir mitteilen, dass sie gerade ein Problem hat.

Wem also seine Samtpfote lieb ist und wer zudem auch seine Wohnungseinrichtung vor üblen Gerüchen und Flecken schonen möchte, der sollte sich die Zeit nehmen und herausfinden, was seinen Vierbeiner gerade stört.

Im TAG24-Katzenratgeber erfährst Du mögliche Ursachen für die Unsauberkeit Deiner Katze und ein paar Tipps, wie man sie wieder stubenrein bekommt.

Warum pinkelt meine Katze in die Wohnung?

Wenn die Miezen nicht mehr auf ihr Katzenklo gehen, kann das verschiedene Ursachen haben. In den allermeisten Fällen ist das Pinkeln in die Wohnung ihre Art zum Ausdruck zu bringen, dass sie sich gerade nicht wohlfühlen. Drei häufige Gründe:

Katzen meiden Orte, mit denen sie eine unangenehme Erinnerung verbinden.
Katzen meiden Orte, mit denen sie eine unangenehme Erinnerung verbinden.  © 123RF/evdoha

1. Katze pinkelt in Wohnung wegen gesundheitlicher Probleme

Katzenhalter bekommen häufig gar nicht sofort mit, wenn ihre Mieze krank ist, da sie Schmerzen ohne großes Wehklagen still ertragen. Zudem meiden sie oft den Ort, den sie üblicherweise mit den Schmerzen verbinden. Und das ist in diesem Fall das Katzenklo.

Zu den typischen Erkrankungen, die zu einer unsauberen Katze führen, gehören:

  • Blasenentzündung bzw. Harnwegsinfekt
  • Blasen- oder Harnsteine
  • Niereninsuffizienz
  • Diabetes

2. Katze pinkelt in Wohnung wegen unbefriedigender Katzentoilette

Grundsätzlich sind Katzen sehr reinliche Tiere. Immerhin putzen sie sich mehrere Stunden am Tag. Wenn sie dann ihr Geschäft verrichten müssen, aber irgendetwas stimmt mit ihrem Katzenklo nicht, werden sie dessen Benutzung eben verweigern und suchen sich einen anderen Platz.

Gründe dafür können sein:

  • die Katzentoilette ist zu klein und somit unbequem
  • falscher Standort des Katzenklos
  • verunreinigte Katzentoilette

Wichtig! Wenn mehre Katzen in einem Haushalt leben, sollte möglichst jedes Tier seine eigene Toilette haben.

3. Katze pinkelt in Wohnung wegen Stress

Da Katzen sehr feinfühlige Tiere sind, können sie bereits Kleinigkeiten beunruhigen und aus dem seelischen Gleichgewicht bringen. Plötzlich auftretende Unsauberkeit ist dann eine nicht selten hervorgerufene Reaktion darauf.

Stressige Situationen sind beispielsweise:

  • Veränderung des Wohnumfeldes (neues Möbelstück, Renovierung)
  • Umzug in eine andere Wohnung
  • Einzug einer neuen Person
  • Auszug einer vertrauten Person
  • Hinzukommen eines weiteren Tieres
  • Einsamkeit und Unterforderung
  • ungewöhnlicher Lärm (Babygeschrei, zu laute Musik, Baulärm)

Katze pinkelt alles voll: Wie bekommt man sie stubenrein?

Katzenwelpen lernen die Benutzung einer Katzentoilette meist sehr schnell.
Katzenwelpen lernen die Benutzung einer Katzentoilette meist sehr schnell.  © 123RF/belchonock

Du hast mitbekommen, wie die Katze auf ein Möbelstück oder den Teppich uriniert hat? Zuallererst sei dazu gesagt, dass man seine Samtpfote in solch einer Situation auf keinen Fall ausschimpfen, anschreien oder gar bestrafen sollte. Früher wurde es als Maßregelung empfohlen, den Übeltäter mit der Schnauze bzw. Nase in den Urin zu drücken. Heutzutage gilt das jedoch als weit überholt und eher kontraproduktiv.

TAG24 hat einige nützliche Tipps zusammengestellt, die dabei helfen sollen, den Vierbeiner wieder sauber zu bekommen.

1. Tipp - Tierarztbesuch: Um medizinische und krankheitsbedingte Ursachen zu erkennen bzw. auszuschließen, sollte das Haustier zuallererst von einem Tierarzt untersucht werden. Dieser wird den Urin kontrollieren und gegebenenfalls eine entsprechende Behandlung vorschlagen.

Erst wenn sicher ist, dass keine körperlichen Gründe für die Unsauberkeit vorliegen, sollte mit der Ursachenforschung bzw. Problemlösung begonnen werden.

2. Tipp - Standort des Katzenklos: Idealerweise wird für das Katzenklo ein möglichst geräuscharmer, geschützter und überschaubarer Ort ohne viel Durchgangsverkehr gewählt, damit der Vierbeiner in Ruhe sein Geschäft verrichten kann. Generell sollte das Katzenklo nicht neben dem Futterplatz und der Schlafstelle platziert werden.

3. Tipp - Saubere Katzentoilette: Exkremente sollten regelmäßig aus dem Katzenklo entfernt werden. Idealerweise macht man das gleich, nachdem die Katze auf der Toilette war, mindestens aber jeweils morgens und abends.

Gutes Klumpstreu muss übrigens nicht jede Woche komplett ausgetauscht werden. Hier reicht es oftmals aus, wenn sowohl der Kot als auch sämtliche Urinklumpen entfernt werden und bei Bedarf neues Streu aufgefüllt wird.

Nicht klumpendes Streu sollte dagegen wöchentlich ausgewechselt werden.

Und mal ganz nebenbei bemerkt: Wer von uns Menschen möchte denn schon auf eine verschmutzte Toilette gehen?

4. Tipp - Katzenurin entfernen: Auch wenn man die Urinstelle noch so gründlich reinigt und wir Menschen den Geruch vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen, gilt das jedoch nicht für die Katzen. Für sie bedeutet es dann: Da wo sie Gepinkeltes riechen, ist auch ein Klo.

Zum Reinigen der Stelle empfiehlt es sich daher, Enzymreiniger zu verwenden. Diese überdecken nicht nur den Geruch, sondern neutralisieren ihn sogar. Auch einige Hausmittel wie Back- und Kaffeepulver eignen sich dazu, sowohl die Flecken als auch den Geruch von Katzenurin zu entfernen. Von ammoniakhaltigen Putzmitteln wird dagegen abgeraten. Da Ammoniak auch im Urin enthalten ist, könnte sich die Katze dazu animiert fühlen, an diese Stellen zu pinkeln.

5. Tipp - Zusätzliches Katzenklo: Katzen benutzen für das Ausscheiden von Kot und Urin jeweils unterschiedliche Stellen. Als hilfreiche Maßnahme könnte eine weitere oder auch größere Toilette aufgestellt werden.

6. Tipp - Ernährung: Auch die richtige Ernährung spielt eine große Rolle für die Gesundheit von Katzen. Beispielsweise kann Übergewicht das Risiko an Blasenentzündungen, Harnsteinen und Arthrose zu erkranken erhöhen.

7. Tipp - Pheromone einsetzen: Katzen verströmen ihre eigenen Duftstoffe, die sogenannten Pheromone. Nehmen die Samtpfoten diese Düfte in ihrem Umfeld wahr, gibt ihnen das ein Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens. Synthetisch hergestellte Pheromone sollen dabei helfen, den Stresslevel zu reduzieren und beruhigend auf das Tier zu wirken. Die Pheromone sind als Spray und als Zerstäuber für die Steckdose erhältlich.

8. Tipp - Stressfaktor erkennen und beseitigen: Manche Katzen fühlen sich durch zu wenig Abwechslung gelangweilt, andere dagegen durch zu viele tierische Mitbewohner überfordert. Beides kann Stress bei den Vierbeinern auslösen. Hier ist es ratsam, die eigenen vier Wände katzenfreundlich zu gestalten und für ausreichend Rückzugs- und Spielmöglichkeiten zu sorgen.

Fazit:

Katzen pinkeln nicht grundlos in die Wohnung und schon gar nicht aus Protest. Werden gesundheitliche Probleme ausgeschlossen, sollte nach anderen Ursachen geforscht und diese katzenfreundlich gelöst werden, damit sich der Vierbeiner wieder wohlfühlt.

Titelfoto: 123RF/dariakulkova

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