RP-Wahl: Machtwechsel steht an! Jubel bei CDU, heftige Klatsche für SPD

Von Maximilian Hölzel, Jan Höfling, Wolfgang Jung, Birgit Reichert, Ira Schaible, Jenny Tobien, Ulrich Steinkohl, Verena Schmitt-Roschmann, Jörg Ratzsch

Mainz - Die ersten Zahlen sind überraschend deutlich! Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz steht auf dem Programm. Für die SPD ist es ein Abend zum Vergessen. Alle Informationen rund um die Wahl findet Ihr in unserem Ticker.

22. März, 20.20 Uhr: CDU punktet mit Wirtschaftskompetenz

Als Gordon Schnieder bei seiner CDU auftritt, ist die Stimmung wie im Fußballstadion. Die Christdemokraten singen bei ihrer Wahlparty. "Die CDU Rheinland-Pfalz ist wieder da", ruft der voraussichtlich künftige Ministerpräsident.

Und Schnieder liefert auch gleich eine Erklärung dafür, weshalb seine Partei den Wahlsieg geholt hat und nach 35 Jahren wieder die Landesregierung in Mainz anführt: "Ich habe die Partei schon lange nicht mehr so geschlossen gesehen."

Grund für den Wahlsieg dürfte sein, dass die Wahl vor allem nach Sachthemen entschieden wurde. So hielten die befragten Wahlberechtigten die CDU in den Themenfeldern Wirtschaft, Kriminalitätsbekämpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen für kompetenter als die SPD. Schweitzer lag als Person vorne, in der Politik bewerteten die Rheinland-Pfälzer die CDU als stärker.

22. März, 20.17 Uhr: Thorsten Frei sieht "großartigen Sieg der CDU Rheinland-Pfalz"

Der Kanzleramtschef hat den Wahlausgang in Rheinland-Pfalz als "großartigen Sieg" der Landes-CDU und ihres Spitzenkandidaten Gordon Schnieder gewertet. Sie hätten einen hervorragenden Wahlkampf geführt, den richtigen Ton getroffen und die richtigen Themen angesprochen, sagte er im ZDF. Damit hätten sie die Menschen überzeugt. 

Die Union habe in Berlin eine Performance hingelegt, die die Wahlkämpfer vor Ort unterstützt habe.

Er sei zuversichtlich für die weiteren Wahlkämpfe dieses Jahres, sagte der CDU-Politiker. "Wir sind insgesamt gut aufgestellt und wir werden die weitere Zeit nutzen, um uns weiter gut vorzubereiten und erfolgreich in diese Wahlgänge zu gehen."

22. März, 20.13 Uhr: Ball liegt laut AfD bei Gordon Schnieder

Nach den Zuwächsen der AfD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat Spitzenkandidat Jan Bollinger seine Partei für eine Regierungsbeteiligung ins Gespräch gebracht. CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder habe "jetzt das beste Ergebnis, und es liegt dann an ihm, sich zu überlegen, was er damit anfängt", erklärte Bollinger am Abend im ZDF.

Schnieder müsse sich "überlegen, ob er jetzt die SPD weiter an der Macht halten will". "Wer nur mit linken Parteien koalieren möchte, der kann nur linke Politik machen", sagte der AfD-Politiker weiter. "Und insofern liegt der Ball in seinem Feld."

Zuvor noch hatte AfD-Chef Tino Chrupalla gesagt, er freue sich darauf, dass die AfD nun als stärkste Oppositionspartei agiere.

22. März, 20.08 Uhr: Diane Schnieder feiert "für alle mit"

Die Ehefrau des wahrscheinlich nächsten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz ist angesichts des gigantischen Wahlerfolgs ihres Mannes in bester Feierlaune. Für sie sei am Abend mehr Gelegenheit zu feiern als für ihren Mann, den CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Abend in Mainz.

Es gelte: "Ich feiere jetzt mal für alle mit." Diane Schnieder zeigte sich dankbar für den engagierten Wahlkampf aller Mitstreiter - und beeindruckt. Nun komme eine neue Rolle auf ihren Mann und sie zu. "Da müssen wir jetzt zusammen reinwachsen."

Ein Küsschen für den Sieger: Diane Schnieder herzte ihren Mann und CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder.
Ein Küsschen für den Sieger: Diane Schnieder herzte ihren Mann und CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder.  © Hannes Albert/dpa

22. März, 20.04 Uhr: Alexander Schweitzer lässt persönliche Zukunft zunächst offen

Wie sieht die Zukunft von Alexander Schweitzer aus? Der Spitzenkandidat und rheinland-pfälzische Ministerpräsident hat nach der Wahlniederlage seiner Partei bei der Landtagswahl seine persönliche Zukunft zunächst offengelassen.

"Wie es weitergeht, ist zunächst einmal die Aufgabe einer gemeinsamen Diskussion in unseren Gremien. Das ist nicht heute Abend das Thema. Deshalb bitte ich um Verständnis, dass ich Ihnen die Frage heute Abend nicht beantworten kann."

Schweitzer hatte angekündigt, dass er kein Ministeramt in einer Landesregierung unter CDU-Führung übernehmen werde.

Alexander Schweitzer (SPD) wird wohl eher kein Teil der neuen Regierung in Rheinland-Pfalz.
Alexander Schweitzer (SPD) wird wohl eher kein Teil der neuen Regierung in Rheinland-Pfalz.  © Boris Roessler/dpa

22. März, 19.58 Uhr: Abstand zwischen CDU und SPD wächst laut neuer Hochrechnung

Die SPD fällt immer weiter ab, beim Rest tut sich wenig. So sieht der aktuelle Stand aus:

  • CDU: 30,6 Prozent

  • SPD: 25,7 Prozent

  • AfD: 20,0 Prozent

  • Grüne: 7,9 Prozent

  • Linke: 4,4 Prozent

  • FW: 4,2 Prozent

  • FDP: 2,1 Prozent

  • Andere: 5,1 Prozent

22. März, 19.53 Uhr: Doris Schröder-Köpf fordert Rücktritt von Lars Klingbeil und Bärbel Bas

Nach dem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl hat die niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf die SPD-Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas zum jeweiligen Rücktritt aufgefordert.

"An der SPD-Spitze sehe ich - als alleinige Vorsitzende - die erfolgreiche Ministerpräsidentin Anke Rehlinger", sagte Schröder-Köpf am Sonntagabend im Gespräch gegenüber "Spiegel" mit Blick auf die klaren Zahlen. Rehlinger ist SPD-Regierungschefin im Saarland. Sie sei "nicht Teil des Kabinetts", sagte Schröder-Köpf. Dies sei "ein Vorteil in der jetzigen Situation".

Auch in der Bundesregierung müsse es personelle Konsequenzen geben. So solle der amtierende SPD-Chef und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil das Amt des Vizekanzlers abgeben an Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius.

22. März, 19.48 Uhr: Regierungschef Alexander Schweitzer äußert sich zu bitterem Wahlabend

Nach seiner Niederlage bei der Landtagswahl hat Alexander Schweitzer (SPD) eine "starke Rolle" seiner Partei in der künftigen Regierung angekündigt. "Wir sind, so sieht es zumindest sehr stark aus, nicht ganz so weit gekommen, wie wir es uns vorgestellt haben", sagte er am Sonntagabend. "Aber wir sollten nicht den Kopf in den Sand stecken."

"Die Stärke, die wir gezeigt haben, wird auch dazu führen, dass wir als geschlossene Sozialdemokratie jetzt auch eine starke Rolle spielen, wenn es darum geht, eine Regierung der demokratischen Mitte in Rheinland-Pfalz anzubieten", sagte Schweitzer.

Der SPD-Politiker, der sich erstmals dem Wählervotum stellen musste, hatte nach Bekanntwerden der ersten Wahlergebnisse beinahe anderthalb Stunden auf sich warten lassen. In den Umfragen hatte es vor der Wahl noch stark nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden SPD und der oppositionellen CDU ausgesehen. Letztlich wurde daraus jedoch nichts.

Alexander Schweitzer (SPD) hat sich zur Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz geäußert.
Alexander Schweitzer (SPD) hat sich zur Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz geäußert.  © Hannes Albert/dpa

22. März, 19.41 Uhr: Juso-Chef Philipp Türmer warnt vor "Niedergang" der SPD und fordert Konsequenzen

Nach der schweren Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz hat die SPD-Linke innerparteiliche Konsequenzen gefordert.

"Es muss jetzt deutliche Reaktionen geben, wenn man dem Niedergang der SPD nicht tatenlos zuschauen will", sagte der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos, Philipp Türmer, am Sonntag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Türmer über die Bundesspitze: "Die Parteispitze hat bisher keine ausreichenden Antworten gefunden - die Vorsitzenden leisten Regierungsarbeit, aber ein Gefühl des Aufbruchs oder eine überzeugende Erzählung für die SPD fehlt vollständig."

Das Ergebnis von Rheinland-Pfalz sei ein "Desaster für die gesamte SPD", fügte der Juso-Chef hinzu. Die Art der von ihm geforderten Konsequenzen ließ Türmer allerdings offen. Klar sei für ihn aber: "Wer in dieser Lage nicht bereit ist, grundlegend etwas zu verändern, ist selbst Teil des Problems. Wir brauchen Aufbruch und keine Verwaltung des Niedergangs."

Juso-Chef Philipp Türmer hat gegen die Parteispitze der SPD gefeuert.
Juso-Chef Philipp Türmer hat gegen die Parteispitze der SPD gefeuert.  © Harald Tittel/dpa

22. März, 19.37 Uhr: Früherer FDP-Spitzenpolitiker Volker Wissing rügt FDP

Volker Wissing, derzeit parteilos, hat das Scheitern der Liberalen in Rheinland-Pfalz auf einen fehlerhaften Kurs der Bundespartei zurückgeführt. "Das Wahlergebnis ist die Folge einer Reihe von fundamentalen Fehlentscheidungen der Partei", sagte der Ex-FDP-Landeschef und ehemalige Bundesverkehrsminister dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wissing weiter: "Die FDP ist mit ihrer libertären Ausrichtung gescheitert. Indem sie den Staat zu ihrem Gegner erklärt hat, hat sie sich in eine Sackgasse manövriert." Auch die Rolle der Liberalen beim Aus für die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe sich entsprechend negativ ausgewirkt, meinte Wissing am Sonntagabend.

"Die Bürger wollen ein konstruktives und lösungsorientiertes Regieren." Das Ergebnis sei eine "existenzielle Krise" für die FDP.

Titelfoto: Hannes Albert/dpa

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