Algenproblem in beliebtem Badesee: Landesbetrieb darf nichts machen
Von Sabrina Gorges
Arendsee - Gegen das seit Jahren bestehende Algenproblem im Arendsee im Norden Sachsen-Anhalts darf zunächst nicht aktiv vorgegangen werden.
Der Altmarkkreis Salzwedel untersagte dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), mit einem bestimmten Verfahren gegen den Phosphorüberschuss im See vorzugehen.
Demnach sollten 5120 Tonnen eines sogenannten Fällmittels in zwei Schritten in den See gebracht werden, um das Wachstum von Blaualgen zu verhindern und die Wasserqualität zu verbessern. Das Aluminiumsalz sollte den Phosphor binden, der ein Nährstoff für Algen ist.
Die Risiken für das Ökosystem seien jedoch unkalkulierbar, hieß es aus der Landkreisverwaltung. Zudem sei die Sanierungsmaßnahme nicht wirklich nachhaltig und die Folgen für die Natur nicht absehbar.
Der LHW hatte den Antrag zur Restaurierung des Arendsee bereits 2015 gestellt, wie es hieß. In den folgenden Jahren seien die Antragsunterlagen vervollständigt und mehrere Stellungnahmen eingeholt worden.
Wegen des Algenproblems muss der See im Sommer immer wieder für Badende gesperrt werden. Eine einzige Quelle für die große Menge Phosphor wurde nie ausgemacht, vielmehr seien allgemeine Umwelteinflüsse und frühere Abwasserbehandlungen die Ursache.
Der Landkreis betonte, dass er im Fall neuer Erkenntnisse oder geeigneterer Verfahren neu prüfen werde.
Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
