Fledermäuse im Dom: Halberstädter Stollen muss umziehen
Halberstadt - Gute Nachrichten für Stollen-Liebhaber: Trotz Insolvenz gibt es auch in diesem Jahr den beliebten Halberstädter Domstollen. Doch ausgerechnet Fledermäuse sorgten für eine Überraschung.
Insgesamt 1600 frisch gebackene Weihnachtsstollen wurden am Mittwoch in den Halberstädter Dom (Landkreis Harz) gebracht. Dort sollen sie in den kommenden vier Wochen reifen und ihren besonderen Geschmack entwickeln.
Allerdings mussten die Bäcker diesmal umplanen. Wie der MDR berichtet, haben sich ausgerechnet Fledermäuse im angestammten Lagerkeller einquartiert.
Kurzerhand wurde deshalb ein neuer Platz für das Weihnachtsgebäck gesucht. Statt im bisherigen Keller lagern die Stollen nun in einer Kapelle unter dem Südturm des Doms.
An der jahrzehntelangen Tradition ändert das allerdings nichts. Bereits seit 2016 werden die Stollen in den kühlen und feuchten Räumen des Gotteshauses gelagert.
Damals waren es gerade einmal 500 Stück. Inzwischen ist die Nachfrage so groß, dass sogar Bestellungen aus anderen Regionen Deutschlands eingehen.
Dabei steckt der Hersteller des beliebten Weihnachtsgebäcks selbst in finanziellen Schwierigkeiten: Die Halberstädter Bäcker und Konditoren GmbH hatte im Februar Insolvenz angemeldet.
Geschäftsführer David Ehrle machte gegenüber dem MDR allerdings deutlich: "Der Domstollen stand nie zur Debatte."
Trotz Insolvenz keine Arbeitsplätze gefährdet
Mehr noch: Das Unternehmen hofft, das Insolvenzverfahren schon bald abschließen zu können.
Nach Angaben des Geschäftsführers mussten während der Sanierung keine Arbeitsplätze abgebaut werden. Aktuell beschäftigt die Bäckerei 142 Mitarbeiter in 22 Filialen.
Und auch für einen guten Zweck wird wieder gebacken. Von jedem verkauften Domstollen wird traditionell ein Euro gespendet.
In diesem Jahr kommt das Geld den "Cathedral Pipes & Drums" zugute, einer Dudelsackgruppe der Halberstädter Domgemeinde.
Wer jetzt Appetit auf den Weihnachtsklassiker bekommen hat, muss sich allerdings noch etwas gedulden. Am ersten Adventswochenende soll es eine öffentliche Verkostung geben.
Bis dahin dürfen die 1600 Stollen in aller Ruhe reifen.
Titelfoto: Matthias Bein/dpa

