Jahrelanger Finanzstreit: Salzlandkreis leitet Zwangsvollstreckung gegen Ameos ein
Von Christopher Kissmann
Bernburg/Zürich - Im Streit um den Verkauf der ehemaligen Salzlandkliniken setzt der Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt) nun auf Vollstreckungsmaßnahmen gegen den Schweizer Konzern Ameos.
Der Landrat habe die Zwangsvollstreckung in die Wege geleitet, teilte der Landkreis auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Hintergrund ist ein jahrelanger Finanzstreit, der auf den Verkauf der Salzlandkliniken an Ameos zurückgeht. Dem Kreis stehen in einer zweiten Rate noch 3,8 Millionen Euro zuzüglich Zinsen zu, insgesamt sind das inzwischen mehr als sechs Millionen Euro.
Dazu liegt dem Landkreis nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs ein vollstreckbarer Titel vor.
In den vergangenen Monaten hatte der Landkreis das Unternehmen mehrfach aufgefordert, die Zahlung zu leisten.
Die Ansprüche waren zuvor in mehreren Instanzen vor Gerichten bestätigt worden.
Ameos beantwortet Fragen nicht
Bei der Übernahme der Kliniken vom Salzlandkreis 2011/2012 hatte Ameos einen Großteil des Kaufpreises gezahlt, die erste Rate lag bei 26 Millionen Euro. Doch eine zweite Rate war vom Jahresergebnis der Kliniken im Jahr 2011 abhängig gemacht worden – weil der Konzern und der Landkreis unterschiedliche Auffassungen zur Höhe des Ergebnisses hatten, kam es zum Streit.
Der Konzern machte zu dem Konflikt keine konkreten Angaben. Das Unternehmen beantwortete auch die Frage nicht, ob Ameos die stationäre Versorgung in den Kliniken im Jahr 2026 aufrechterhalten wird. Ameos betreibt in Sachsen-Anhalt mehrere Standorte, im Salzlandkreis etwa in Aschersleben, Bernburg und Schönebeck.
Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa
