Quecksilber auf Straße gefunden: Entwarnung durch erste Analysen

Von Jonas Lohrmann

Salzwedel/Magdeburg - Nach dem Fund von Quecksilber auf einer Straße in Cheine (Altmarkkreis Salzwedel) geben erste Untersuchungsergebnisse Entwarnung.

Aufgestellte Hinweisschilder weisen auf die Gefährlichkeit von Quecksilber hin.
Aufgestellte Hinweisschilder weisen auf die Gefährlichkeit von Quecksilber hin.  © Olaf Meining/Altmarkkreis Salzwedel

Wie der Altmarkkreis Salzwedel mitteilte, ergaben die Untersuchungen vom Dienstag in den Wohnräumen und Eingangsbereichen keine Kontamination mit Quecksilber.

"Ergänzende Luftuntersuchungen heute im bewohnten Abschnitt der Straße waren ebenfalls komplett kontaminationsfrei. Damit kann für die Bewohnerinnen und Bewohner der Straße bei Einhaltung der aktuellen Sperrungen Entwarnung gegeben werden."

Ergebnisse der am Mittwoch genommenen Bodenproben sollen frühestens am Donnerstag vorliegen. Unterdessen waren die Anwohner aufgefordert, Urinproben abzugeben.

"Karls Erlebnis-Dorf" in Wernigerode: Hinweise auf baldigen Baustart
Sachsen-Anhalt "Karls Erlebnis-Dorf" in Wernigerode: Hinweise auf baldigen Baustart

Diese sollen vom Landesamt für Verbraucherschutz untersucht werden. Mit Ergebnissen wird frühestens in 14 Tagen gerechnet, wie es weiter hieß.

"Diese Untersuchungen sollen ausschließen, dass es in der jüngsten Vergangenheit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen gekommen ist."

Politik zeigt Verständnis für Sorgen der Bürger

Quecksilber ist für Menschen und die Umwelt hochgiftig. (Symbolbild)
Quecksilber ist für Menschen und die Umwelt hochgiftig. (Symbolbild)  © Guadalupe Pardo/AP/dpa

Laut dem Altmarkkreis ist nun auch klar, wie groß die Menge des abgesaugten Quecksilbers im kontaminierten Bereich ist: In einer Tonne abgesaugtem Material mit Sediment und Steinen befanden sich demnach zwischen 200 und 300 Milliliter reines Quecksilber.

Der Quecksilberfund war auch Thema im Landtag in Magdeburg: Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann (63, SPD) zeigte Verständnis für die Sorgen der Anwohner. "Das sind Nachrichten, die die Menschen zurecht in Unruhe versetzen", sagte er im Landtag.

Die Landesregierung wolle auf den Bericht warten, anschließend sollten Maßnahmen besprochen werden.

Wie umgehen mit schweren Geschichten? Eine Telefonseelsorgerin berichtet
Sachsen-Anhalt Wie umgehen mit schweren Geschichten? Eine Telefonseelsorgerin berichtet

Die Linke-Fraktion teilte mit, dass die Einschätzung der Fachbehörden zu möglichen gesundheitlichen Risiken für Anwohnerinnen und Anwohner von zentraler Bedeutung sei.

"Die Menschen vor Ort haben ein Recht auf vollständige Aufklärung und transparente Information." Umwelt- und Gesundheitsschutz müsse oberste Priorität haben.

Titelfoto: Guadalupe Pardo/AP/dpa

Mehr zum Thema Sachsen-Anhalt: